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Milchwirtschaftliche/r Laborant/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Milchwirtschaftliche/r Laborant/in
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Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartKlassische duale Berufsausbildung
Empf. SchulabschlussMittlere Reife
Ausbildungsdauer3 Jahre
ArbeitszeitSchichtdienst

Allgemeine Infos

Milch, Sahne, Käse, Joghurt, Quark, Milchpulver…wenn man nicht grade Veganer oder laktoseintolerant ist, dann begegnen einem diese Produkte so gut wie jeden Tag in irgendeiner Form auf dem Teller oder als Getränk. Aber da die Produkte ja nicht in genau dieser Form aus der Kuh geschossen kommen, braucht es Molkereien, die aus der Rohmilch diese Milcherzeugnisse produzieren. Jetzt aber mal Butter bei die Fische, was hat denn ein milchwirtschaftlicher Laborant dabei zu tun? Wenn es um Lebensmittel geht, dann muss alles genau überprüft werden und hygienisch, sauber und ohne Keime sein. Und genau da kommen du und deine Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant ins Spiel.

Bild aus dem Text zu Milchwirtschaftliche/r Laborant/in

Was macht man in der Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant?

In der Lebensmittelindustrie gelten jede Menge gesetzliche Richtlinien, wie Lebensmittel zu verarbeiten sind. Das heißt, dass es in deiner Verantwortung liegt, ob demnächst die Milch schlecht im Kühlschrank landet und so eine Massen-Lebensmittelvergiftung ausgelöst wird, oder ob ein qualitativ hochwertiges Produkt vom Verbraucher genüsslich und ohne Bedenken zu sich genommen werden kann. In deiner Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant lernst du also mit Hilfe von chemischen und physikalischen, mikrobiologischen und sensorischen Untersuchungen, den Herstellungsprozess zu überwachen. Das fängt bei der Anlieferung der Rohmilch an, geht über die einzelnen Verarbeitungsschritte, bis hin zum fertigen Milcherzeugnis.

Bei der Arbeit passt du dich dann dem Produkt mit dem du arbeitest an. Gearbeitet wird nämlich im weißen Kittel, schließlich sind Hygiene und steriles Arbeiten bei der Herstellung das A und O. Schmutz und Dreck sind da unerwünscht. Zusätzlich gehören noch andere Dinge zur Standardausrüstung, wie Schutzbrille und Handschuhe, schließlich wird auch oft mit gefährlichen Chemikalien gearbeitet. Du musst also nicht nur aus hygienischen Gründen Arbeitskleidung tragen, sondern auch der Sicherheit wegen. Die ständigen Hygienekontrollen im Betrieb solltest du auch nicht vergessen. Worauf genau du dabei achten musst, ist deswegen natürlich auch ein wichtiger Bestandteil in deiner Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant.

Der größte Teil deiner Arbeit ist aber die Überprüfung der Milch und des Milchproduktes in den einzelnen Schritten. Sobald die Rohmilch angeliefert wird, musst du die ersten Proben nehmen. Dann heißt es zu testen, ob zum Beispiel Antibiotika in der Milch enthalten sind, weil der Bauer eine kranke Kuh kurz vorher damit behandelt hat. Solltest du etwas in der Milch finden, dann geht das natürlich auf keine Kuhhaut und die Milch muss sofort aus der Produktion genommen werden. Als milchwirtschaftlicher Laborant in Ausbildung lernst du außerdem, wie man die Keimzahl bestimmt, Schimmelpilze nachweist und Dinge wie Fettgehalt, Eiweiß und pH-Wert überprüft. Ist irgendetwas nicht in Ordnung, musst du entscheiden, wie die Produkte weiter behandelt werden müssen.

Nach deiner Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant arbeitest du nur mit Milch? Alles Quark! Du trägst dabei jede Menge anderer Verantwortungen. So musst du dich nämlich auch um alle anderen Zusatzstoffe in den Produkten kümmern, das zu verarbeitende Wasser prüfen und sogar die Verpackungsmaterialien auf Keime oder Chemikalien testen. Ist irgendetwas nicht geeignet für die Lebensmittelherstellung dann bloß schnell weg damit. Das bedeutet auch, dass du in deiner Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant jede Menge verschiedene Prüfmethoden beigebracht bekommst. Übrigens überwachst du auch die Verkostung der Produkte, die auf Aussehen, Geruch und Geschmack getestet werden. Dabei wird auch geguckt, ob es die Erwartungen und die vorgeschriebene Qualität erfüllt und ob eventuell Fehler im Produktionsprozess sind.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Ausbildung zum milchwirtschaftlichen Laborant mitbringen?

Um erfolgreich zu sein, in deiner Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant brauchst du super Multitasking-Fähigkeiten, oft musst du nämlich gleich mehrere Proben gleichzeitig prüfen. Wenn du da nicht gut organisiert bist, kann ganz schnell mal alles im Chaos versinken und eine Probe unbrauchbar werden. Das wäre schade, denn wenn eine Probe nicht allererste Sahne ist, dann ist sie nicht zu gebrauchen. Deswegen ist es außerdem wichtig, dass du genau und konzentriert arbeitest, damit die Ergebnisse später stimmen. Neben Bio und Chemie ist in der Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant auch Mathe gefragt. Da kann schon das ein oder andere Mal ein Taschenrechner zum Einsatz kommen.

Wie läuft die Ausbildung zum milchwirtschaftlichen Laborant ab?

Die Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant dauert drei Jahre und ist eine klassische duale Ausbildung. Das bedeutet, dass du abwechselnd im Betrieb selbst arbeitest und in der Berufsschule lernst. Falls du Abi oder bereits eine abgeschlossen Ausbildung hast, kann die Ausbildungsdauer aber auch auf zwei Jahre verkürzt werden. Hast du alle deine Prüfungen erfolgreich bestanden, sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sehr gut. Arbeiten kannst du übrigens nicht nur in Molkereien, sondern auch in allen anderen Bereichen der Lebensmittel- und der Pharmaindustrie.

Du solltest Milchwirtschaftliche/r Laborant/in werden, wenn...
  1. Naturwissenschaften zu deinen Lieblingsfächern gehören.
  2. du gerne exakt arbeitest.
  3. es kein Problem für dich ist mit Zahlen umzugehen und du gut im Verstehen von Messergebnissen bist.
Du solltest auf keinen Fall Milchwirtschaftliche/r Laborant/in werden, wenn...
  1. Wochenenden für dich immer frei sein sollten. In einer Molkerei arbeite man nämlich rund um die Uhr, auch am Wochenende und an Feiertagen.
  2. du laktoseintolerant bist.
  3. Hygiene ein Fremdwort für dich ist.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • Proben präparieren.
  • Ergebnisse analysieren.
  • die richtigen Messverfahren anwenden.
  • die Qualität von Joghurt sichern.
  • unterscheiden ob eine Butter gut oder eher nicht so gut ist.

Gehalt

Du bestimmst, welche Milchprodukte auf unsere Teller kommen und welche nicht, das heißt, du hast einen echt verantwortungsvollen Job und das sollte sich natürlich auch in dem was du verdienst wiederspiegeln. Wenn es um dein Gehalt als milchwirtschaftlicher Laborant geht, dann willst du dir schließlich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und wissen, wie viel dich so ungefähr monatlich erwartet. Wir versuchen dir hier keinen Käse zu erzählen und klären dich auf, was du so im Lauf deiner Karriere an Kohle scheffeln kannst.

Was verdiene ich während der Ausbildung zum milchwirtschaftlichen Laborant?

Die gute Nachricht ist, dass du schon während deiner Ausbildung jeden Monat dein festes Gehalt bekommst. Ist ja auch klar, schließlich arbeitest du neben der Berufsschule von Anfang an aktiv im Betrieb mit. Die noch bessere Nachricht ist, dass sich dein Gehalt als milchwirtschaftlicher Laborant während deiner Ausbildung jedes Jahr erhöht. Während du also immer besser und sicherer wirst im Umgang mit den Geräten, der Software und den Proben, wird deine Leistung dementsprechend belohnt. Im ersten Lehrjahr verdienen die meisten zwischen 724 und 1.200 Euro. Abhängig von Größe und Standort des Betriebs für den du arbeitest, kann es da aber auch große Unterschiede geben. Im zweiten Lehrjahr kannst du dann schon bis zu 1.350 Euro verdienen und im letzten Jahr sogar bis zu 1.500 Euro. Wenn du deine Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen konntest, dann ist dein Verdienst als milchwirtschaftlicher Laborant meistens so hoch wie bei den anderen im zweiten und dritten Lehrjahr.

Was verdiene ich nach der Ausbildung zum milchwirtschaftlichen Laborant?

Nach zwei bzw. drei Jahren kannst du dann endlich dein erstes „richtiges“ Gehalt als milchwirtschaftlicher Laborant einsacken. Das Einstiegsgehalt liegt dabei ungefähr zwischen 2.500 und 2.900 Euro brutto im Monat. Auch hier hängt dein Verdienst stark von der Größe und vom Standort des Unternehmens ab. Mit ein paar Jahren Arbeitserfahrung auf dem Buckel kommt dann selbstverständlich auch mehr Gehalt auf dein Konto. Der Verdienst als milchwirtschaftlicher Laborant mit einigen Jahren Erfahrung liegt meist irgendwo ab 2.900 brutto im Monat. Wenn du dich bei der Gehaltsverhandlung nicht unterbuttern lässt, dann liegt dein Gehalt wahrscheinlich eher im oberen Bereich. Zusätzlich kannst du ja auch noch mit Zulagen, wie Urlaubsgeld oder einem 13. Monatsgehalt rechnen.

Wenn du ein paar Weiterbildungen oder sogar ein Studium hinter dir hast, dann ist natürlich noch weitaus mehr für dich drin. Als Labormeister zum Beispiel hast du nicht nur mehr Verantwortung, sondern auch mehr Geld zum Verschleudern. 3500 Euro verdienst du dann ungefähr pro Monat. Hast du studiert und übernimmst die Leitung von einem Labor, dann sind auch schon mal 5000 Euro brutto drin.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Endlich geschafft: Nach drei Jahren hast du deine Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant erfolgreich abgeschlossen. Jetzt ist eigentlich schon so gut wie alles in Butter mit der Karriere, denn du bist gefragt auf dem Arbeitsmarkt. Nicht nur im Milch-Business, sondern auch in allen anderen Bereichen der Lebensmittelindustrie könntest du mit deinem Wissen anfangen zu arbeiten. Außerdem hast du nun super Chancen dich weiterzubilden und somit nochmal ein Sahnehäubchen auf deine Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant zu setzen. Was du jetzt so machen kannst das erfährst du hier.

Labormeister/-in

Du bist schon mindesten zwei Jahre als milchwirtschaftlicher Laborant beschäftigt, dann kannst du den nächsten Schritt auf der Karriereleiter wagen und milchwirtschaftlicher Labormeister werden. Danach bist du darauf vorbereitet, mittlere und gehobene Führungsaufgaben zu übernehmen und kannst sogar den Nachwuchs ausbilden. Wenn du dich auf die Meisterprüfung vorbereitest, ist es empfehlenswert, ein Jahr lang die Fachschule zu besuchen, wo du neben dem Unterricht auch eine fachpraktische Ausbildung bekommst.

Techniker/-in – Milchwirtschaft, Molkereiwesen

Wenn du dich entscheidest, Techniker bzw. Technikerin in der Milchwirtschaft und dem Molkereiwesen zu werden, dann kannst du damit später technologische, kaufmännische oder auch betriebswirtschaftliche Aufgaben übernehmen. Du übernimmst Beratungsaufgaben, überwachst die Qualität im Labor oder hilfst dabei, neue Erzeugnisse zu entwickeln. In Vollzeit brauchst du für diese Weiterbildung zwei Jahre, in Teilzeit natürlich länger.

Lebensmitteltechnologie Studium

Eine Ausbildung ist dir nicht genug und du willst dich auch für höhere Führungspositionen qualifizieren, dann kannst du das zum Beispiel mit einem Studium tun. Zum Beispiel käme dann das Studium Lebensmitteltechnologie in Frage. Während des dreijährigen Bachelorstudiums lernst du Grundlagen in Bio, Chemie, Verfahrenstechnik oder Lebensmittelproduktion kennen. Danach stehen dir die verschiedensten Wege offen. Zum Beispiel kannst du in den Bereich Qualitätssicherung gehen, in den technischen Vertrieb oder auch in die Produktentwicklung.

Wusstest du schon, dass...
  • Milch weiß ist, weil sie aus dem weißen Protein Kasein besteht? Fett ist übrigens auch weiß und das ist ja bekanntlich in Milch enthalten.
  • Milch nicht als Getränk, sondern als Nahrungsmittel gilt, wegen ihres hohen Nährstoffgehalts?
  • Milch in Deutschland ein riesiger Exportschlager ist? Fast jeder zweite Liter geht in irgendeiner Milchproduktform, ob als Käse oder Butter, ins Ausland.
  • Menschen ursprünglich überhaupt keine Milch vertragen haben? Erst seit der Jungsteinzeit können wir problemlos Milch trinken.
  • in Norwegen per Gesetz jeder Kuh eine Matratze zum Schlafen garantiert ist? Dadurch geben sie anscheinend 10 Prozent mehr Milch.

Bewerbung

Du liebst Produkte wie Käse, Quark, Joghurt und Buttermilch und findest es spannend, dass sie alle aus Milch hergestellt werden? Hast du nun auch noch eine Vorliebe für Chemie, kannst du überlegen, ob du nicht eine Bewerbung um die Ausbildung als milchwirtschaftlicher Laborant schrieben möchtest. Damit deine Chance steigt, hauptberuflich Proben zu testen und Herstellungsprozesse zu überwachen, haben wir ein paar Hinweise für dich zusammengestellt.

Wie läuft die Bewerbung für eine Ausbildung zum milchwirtschaftlichen Laborant ab?

Deine Ausbildungsbewerbung als milchwirtschaftliche Laborantin besteht aus einem Anschreiben, das du individuell für das Unternehmen schreibst, aus deinem Lebenslauf mit einem Foto und aus den Kopien deiner Zeugnisse. Lass die Rechtschreibkorrektur laufen, während du schreibst, und bitte auch Freunde und verwandte, deine Bewerbung noch einmal auf Fehler zu untersuchen. Rechtschreibfehler in so wichtigen Unterlagen bringen nämlich direkt Minuspunkte.

Hier erfährst du, wie du deinen Lebenslauf richtig zusammenstellst. Auch, wenn noch nicht so viel darin steht, können die Ausbilder diesem Teil der Bewerbung als milchwirtschaftlicher Laborant ein paar interessante Informationen entnehmen. Vor allem deine Hobbys werden genau betrachtet. Hast du etwa gern mit dem Chemiebaukasten experimentiert, kann dir das hier weiterhelfen. Auch Kochen ist ein Hobby, das du in dieser Bewerbung gut angeben kannst: Es zeigt, dass du dich mit Lebensmitteln und ihren Inhaltsstoffen bereits auseinandergesetzt hast. Positiv wirken auch immer die Hobbys in der Bewerbung als milchwirtschaftliche Laborantin, in denen du mit anderen Menschen zu tun hast: Tätigkeiten in Mannschaften oder Vereinen zeigen an, dass du gut mit anderen Menschen umgehen kannst und dich entsprechend mit deinen Kollegen in der Schicht gut verstehen wirst.

Das Anschreiben für die Bewerbung als milchwirtschaftlicher Laborant ist der wichtigste Teil der Bewerbung, weil es alle relevanten Informationen wie deinen Namen und deine Kontaktdaten enthält. Der Ausbilder erfährt, wann du die Schule beenden wirst und wie dein Notendurchschnitt gerade aussieht. Hast du gute Noten in Biologie, Mathematik und Chemie, nennst du sie einzeln, denn diese Fächer werden wichtig. Erkläre jetzt, weshalb du für diese Ausbildung die Idealbesetzung bist. Hierfür kannst du etwaige Praktika in der Branche (oder einer ähnlichen, etwa Chemie) anführen, dein Interesse an den Naturwissenschaften betonen und mit Beispielen deine Sorgfalt und Geschicklichkeit belegen. Gib Gründe an, weshalb du deine Bewerbung um die Ausbildung als milchwirtschaftliche Laborantin gerade an dieses Unternehmen geschickt hast: Bekommt es gute Presse, oder gibt es eine Verbindung? Dann beendest du das Anschreiben mit freundlichen Grüßen, druckst es aus und unterschreibst es von Hand.

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Für ein Vorstellungsgespräch in der Milchbranche musst du weder Anzug noch Kostüm tragen: Im Job selbst hast du häufig Schutzkleidung an. Wichtig ist, dass deine Kleider sauber, frisch und knitterfrei sind. Zieh eine Stoffhose oder eine ordentliche Jeans an, kombiniere dazu Pullover, Bluse oder Hemd – das reicht. Trage vernünftige, geschlossene Schuhe, aber keine Turnschuhe und keine zu hohen Absätze. Zeig durch dein Äußeres, dass du die Hygienevorschriften einhalten kannst: Übertreibe es als Mädchen nicht mit dem Make-up, rasier dich als Junge und verzichte für das Gespräch auf eventuelle Piercings. Mit einem gepflegten Auftritt hat deine Bewerbung als milchwirtschaftlicher Laborant bestimmt Erfolg!

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