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Leder ist überall – in Sneakern, Autositzen und Designer-Bags. Aber wie wird aus einer Tierhaut hochwertiges Material? Genau das lernst du in der Ausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik. Mit moderner Technik und chemischem Know-how machst du aus Rohhäuten langlebiges, vielseitiges Leder. Nach der Ausbildung stehen dir spannende Karrierewege in der Mode-, Möbel- oder Automobilindustrie offen.
Früher war der Beruf unter dem Namen Gerber bekannt, doch heute trägt er die modernere Bezeichnung Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik. Die Umbenennung spiegelt die technischen Fortschritte in der Lederproduktion wider, denn neben traditionellem Handwerk spielen heute moderne Maschinen, Chemie und Umwelttechnik eine große Rolle. Trotzdem bleibt das Grundprinzip das gleiche: Aus Rohhäuten wird durch spezielle Verfahren hochwertiges Leder für Mode, Möbel oder die Automobilindustrie.
Als Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik verwandelst du rohe Tierhäute in hochwertiges Leder – ein Material, das in Mode, Möbeln oder Autos verwendet wird. Dabei kombinierst du traditionelles Handwerk mit moderner Technik und chemischem Wissen. Dein Ziel: das Leder haltbar, flexibel und in verschiedenen Farben oder Strukturen anpassbar zu machen. Vom Reinigen und Behandeln der Häute bis zur Endverarbeitung überwachst du jeden Schritt der Produktion.
✅ Rohhäute reinigen, konservieren und vorbehandeln
✅ Chemische Verfahren anwenden, um das Leder haltbar zu machen
✅ Färben, Weichmachen und Oberflächen veredeln
✅ Maschinen zur Lederherstellung bedienen und überwachen
✅ Qualität des Leders prüfen und optimieren
✅ Umwelt- und Sicherheitsvorschriften einhalten
Als Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik stehen dir viele spannende Branchen offen. Du kannst überall dort arbeiten, wo hochwertiges Leder hergestellt oder weiterverarbeitet wird - vom Industriebetrieb bis hin zum spezialisierten Handwerksunternehmen.
Mögliche Arbeitsorte und Arbeitsbereiche:
Vorteile | Nachteile |
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Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt – das bedeutet, du lernst sowohl in einem Ausbildungsbetrieb (z. B. in einer Gerberei) als auch in der Berufsschule. Hier bekommst du das praktische Know-how für die Lederherstellung sowie das theoretische Wissen über chemische Prozesse, Materialkunde und Maschinenbedienung vermittelt. Nach der bestandenen Prüfung kannst du in verschiedenen Industriezweigen arbeiten oder dich weiter qualifizieren.
Der Fokus liegt auf der Verarbeitung von Rohhäuten zu hochwertigem Leder unter Einsatz moderner Technik und chemischer Verfahren. Am Ende der Ausbildung kannst du den gesamten Herstellungsprozess von Leder verstehen und steuern.
📌 Materialkunde & Lederherstellung
📌 Technische Prozesse & Maschinenbedienung
📌 Chemische & Umwelttechnische Kenntnisse
📌 Qualitätskontrolle & Produktsicherheit
Während der Gerber-Ausbildung kannst du dich auf verschiedene Spezialgebiete fokussieren, je nachdem, in welchem Bereich du später arbeiten möchtest.
Die Ausbildung ist nicht an einen bestimmten Schulabschluss gebunden, aber die meisten Betriebe erwarten mindestens einen Hauptschul- oder Realschulabschluss.
✅ Technisches Verständnis – Du arbeitest mit Maschinen und chemischen Verfahren, daher ist technisches Interesse wichtig.
✅ Sorgfalt & Genauigkeit – Die Qualität des Leders hängt von einer präzisen Verarbeitung und Kontrolle ab.
✅ Körperliche Belastbarkeit – In der Produktion stehst du oft lange und hantierst mit schweren Materialien.
✅ Interesse an Chemie & Materialkunde – Lederherstellung erfordert chemisches Know-how, z. B. für Gerbverfahren und Färbetechniken.
✅ Umweltbewusstsein & Verantwortungsgefühl – Da die Lederindustrie umwelttechnischen Vorschriften unterliegt, ist nachhaltiges Arbeiten gefragt.
✅ Handwerkliches Geschick & Teamfähigkeit – Da du in der Produktion mit anderen Fachkräften zusammenarbeitest.
Die genaue Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Bundesland, dem Ausbildungsbetrieb und möglichen Tarifverträgen. Generell kannst du in einem tarifgebundenen Unternehmen mit einer besseren Bezahlung rechnen. Wirst du beispielsweise nach dem Tarif der Leder erzeugenden Industrie bezahlt, liegt dein Ausbildungsgehalt im ersten Jahr zwischen 740 und 1.000 Euro brutto im Monat, im zweiten Ausbildungsjahr zwischen 810 und 1.100 Euro und im dritten Jahr zwischen 921 und 1.200 Euro. Wirst du nach dem Tarif der Lederwaren-, Kunststoffwaren- und Kofferindustrie vergütetet, dann liegt dein Ausbildungsgehalt im ersten Jahr bei 1.050 Euro brutto im Monat, im zweiten Jahr bei 1.090 Euro und im dritten Jahr bei 1.120 Euro. Im Bereich Handwerk gibt es aktuell keine tarifvertraglichen Vereinbarungen.
Tarif | Ausbildungsgehalt (brutto/Monat) |
Leder erzeugende Industrie |
1. Jahr: 740-1.000 Euro 2. Jahr: 810-1.100 Euro 3. Jahr: 921-1.200 Euro |
Lederwaren-, Kunststoffwaren- und Kofferindustrie |
1. Jahr: 1.050 Euro 2. Jahr: 1.090 Euro 3. Jahr: 1.120 Euro |
Nach der Ausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik hängt dein Gehalt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Branche, der Region und ob dein Betrieb tarifgebunden ist. In der Regel kannst du mit einem soliden Einstiegsgehalt rechnen, das sich mit steigender Berufserfahrung und Weiterbildungen verbessern kann. Besonders in tarifgebundenen Unternehmen sind die Verdienstmöglichkeiten oft höher. Wer sich spezialisiert oder eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker macht, kann seine Einkommenschancen weiter steigern.
In der ledererzeugenden Industrie liegt das Einstiegsgehalt in der Regel zwischen 2.600 und 3.100 Euro brutto pro Monat. Mit zunehmender Erfahrung und Weiterbildungen kann das Gehalt auf 3.900 bis 4.500 Euro steigen. In der Lederwaren-, Kunststoffwaren- und Kofferindustrie sind die Gehälter ähnlich, allerdings mit leichten Unterschieden. Hier verdienen Berufseinsteiger etwa 2.480 bis 3.230 Euro brutto pro Monat. Wer sich weiterqualifiziert, kann sein Einkommen auf 3.860 bis 4.800 Euro steigern.
Tarif (Bsp. NRW) | Gehalt (brutto/Monat) |
Leder erzeugende Industrie |
Einstieg: 2.600-3.100 Euro mit Weiterbildung: 3.900-4.500 Euro |
Lederwaren-, Kunststoffwaren- und Kofferindustrie |
Einstieg: 2.480-3.230 Euro mit Weiterbildung: 3.860-4.800 Euro |
Nach deiner Gerber-Ausbildung stehen dir viele Wege offen – ob direkte Spezialisierung, Weiterbildung oder sogar ein Studium. Hier sind einige Karriereoptionen für dich:
🔹 Direkte Spezialisierung & Aufstiegsmöglichkeiten
🎓 Weiterbildungsmöglichkeiten
🎯 Berufliche Alternativen & Studium
Der Bewerbungsprozess für diese Ausbildung ist ähnlich wie bei anderen dualen Ausbildungsberufen.
1. Ausbildungsbetrieb finden
2. Bewerbungsunterlagen vorbereiten & einreichen
3. Vorstellungsgespräch & Eignungstest
💡Tipp: Eine frühzeitige Bewerbung (ca. 6–12 Monate vor Ausbildungsbeginn) erhöht deine Chancen, da die Plätze begrenzt sind.
Wenn du dich für eine Ausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik bewirbst, kannst du mit bestimmten Fähigkeiten, Erfahrungen und einer überzeugenden Bewerbung punkten.
✅ Praktikum in einer Gerberei oder einem verwandten Bereich (z. B. Lederverarbeitung, Textilindustrie, Chemielabor) – Zeigt, dass du dich aktiv mit dem Beruf auseinandergesetzt hast.
✅ Handwerkliche Hobbys (z. B. Arbeiten mit Leder, Nähen, Basteln, technische Projekte) – Beweisen dein Geschick.
✅ Wichtige Fähigkeiten betonen – Technisches Verständnis, Interesse an Chemie und Materialkunde, körperliche Belastbarkeit.
✅ Engagement im Vorstellungsgespräch zeigen – Eigene Fragen stellen, Interesse an nachhaltiger Lederproduktion zeigen und Motivation betonen.
✅ Frühzeitige Bewerbung (6–12 Monate vorher) – Besonders in kleineren Betrieben sind die Plätze begrenzt.
✅ Bereitschaft, auch in einer anderen Stadt zu arbeiten – Falls in deiner Region keine Ausbildungsplätze frei sind.
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