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Verfahrensmechaniker/in Glastechnik

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Verfahrensmechaniker/in Glastechnik
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Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartKlassische duale Berufsausbildung
Empf. SchulabschlussHauptschulabschluss
Ausbildungsdauer3 Jahre
Arbeitszeitwerktags, Schichtdienst möglich

Allgemeine Infos

Ob du aus dem Fenster schaust, aus einer Flasche trinkst oder dich im Spiegel bewunderst – Glas ist einer der wichtigsten Werkstoffe überhaupt und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Daher braucht man ständig Fachleute,die wissen, wie man Glas herstellt. Und genau zu so einer Fachkraft wirst du durch die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker Glastechnik. Wenn du technisches Interesse mitbringst und keine Angst vor großen Maschinen hast, dann solltest du jetzt unbedingt weiterlesen. Denn mit der Ausbildung zum Verfahrensmechaniker Glastechnik ist das Glas immer halb voll und nicht halbleer. 

Info: Die Ausbildung zum/zur Verfahrensmechaniker/in Glastechnik wurde bis 2026 modernisiert. Neue Technologien haben das Berufsbild verändert: Heute stehen vor allem Produktionsprozesse, Prozesssteuerung sowie die Analyse und Behebung von Störungen im Mittelpunkt. Zudem wird künftig stärker zwischen den Einsatzgebieten Flachglas und Hohlglas unterschieden.

Bild aus dem Text zu Verfahrensmechaniker/in Glastechnik

Wie läuft die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Glastechnik ab?

Die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker Glastechnik ist eine duale Ausbildung. Die Hälfte der Zeit verbringst du in den Werkhallen von Betrieben aus der Glasindustrie. Dort bringt man dir alles über die Herstellung und Bearbeitung von Glasprodukten bei, zum Beispiel Glasfasern,Sicherheitsglas, Gläser, Flaschen, Vasen und Flakons. Du lernst, wie aus Sand,Soda, Kalk und Altglasscherben Glasgemenge angerührt wird und überwachst die dafür nötigen Glaswannen und Schmelzöfen. Da diese Öfen 24 Stunden am Tag im Einsatz sind und ständig überwacht werden müssen. Weil das flüssige Glas um die 1500 Grad heiß ist, wirst du dabei immer spezielle Arbeitskleidung tragen.

Ist das Glas geschmolzen, wird es durch Maschinen in Form gebracht. Stellt dein Betrieb Hohlglasbehälter her, dann wird die heiße Masse zu Flaschen oder Gläsern verarbeitet. Hast du es vor allem mit Flachglas zutun, dann stellst du zum Beispiel Autoscheiben oder Sicherheitsglas her. Die unterschiedlichen Produktions- und Prüfmaschinen werden per Computer gesteuert.Du bist in der Ausbildung zum Verfahrensmechaniker Glastechnik aber nicht nur für die Bedienung zuständig, sondern auch für die Wartung, Installation und Reparatur. So musst du immer mal wieder eine Maschine auf einen neuen Glasbehälter umrüsten z. B. die Form für Weinflaschen gegen die Form von Bierflaschen austauschen. Dabei ersetzt du gleich noch das eine oder andere Teil, wenn es nicht mehr funktioniert. Manche Betriebe produzieren große Mengen an Flaschen täglich, so beispielsweise die Ardagh Group. Hier werden Tag für Tag über 10 Millionen Behältergläser, beispielsweise für Becks, Nestle oder Rotkäppchen, produziert. Kein Wunder, dass du hier jedes Jahr deine Ausbildung als Verfahrensmechaniker Glastechnik unter tollen Bedingungen absolvieren kannst. Andere Unternehmen stellen wenige, dafür aber umso ausgefallenere Flaschen in allen Farben und Formen her, zum Beispiel für Parfüms.

Wurde das Glas in Form gebracht, dann kontrollierst du, ob die Maschinen exakt gearbeitet haben und das Glas einwandfrei ist. Schließlich möchte sich niemand an einer Flasche verletzten,und Staub oder Bläschen in einer Fensterscheibe sehen auch nicht hübsch aus. Teilweise bearbeitest du das Glas anschließend noch und polierst, gravierst oder verspiegelst es.

Wenn du während der Ausbildung zum Verfahrensmechaniker Glastechnik nicht im Betrieb arbeitest,dann bist du in der Berufsschule, wo man dir alle wichtigen theoretischen Grundlagen der Glasherstellung beibringt. Du lernst zum Beispiel, wie bestimme Maschinen funktionieren, und erfährst alles über die Zusammensetzung, Kühlung, Lagerung und den Transport von Glas. Derzeit gibt es übrigens nur drei Schulen,an dem der Theorie unterricht für angehende Verfahrensmechaniker Glastechnik angeboten wird.

Wenn du dich für die Ausbildung als Verfahrensmechaniker Glastechnik interessierst, dann solltest du vor allem keine Angst vor Lärm und Hitze haben.Außerdem solltest du sehr sorgfältig arbeiten können und technisches Verständnis mitbringen, denn vieles in der Glasproduktion läuft nur durch Hightech. Wenn du in der Schule außerdem keine Schwierigkeiten mit Naturwissenschaftlichen Fächern hattest, dann kann dir das beim Verstehen der Maschinen und Mischungen helfen. Übrigens,durch deine Ausbildung wirst du auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten,denn Unternehmen wie die Ardagh Group produzieren ausschließlich mit Altglasscherben sowie in der Natur vorkommenden und heimischen Rohstoffen, die Gläser lassen sich daher zu 100% recyceln und zählen damit zu den umweltfreundlichsten Verpackungen.

Du solltest Verfahrensmechaniker/in Glastechnik werden, wenn...
  1. du mit Maschinen arbeiten möchtest.
  2. dich Glas als Werkstoff interessiert.
  3. du elektrotechnisches Verständnis mitbringst.
Du solltest auf keinen Fall Verfahrensmechaniker/in Glastechnik werden, wenn...
  1. Hitze und Lärm absolut nichts für dich sind.
  2. Sorgfalt und Genauigkeit nicht so dein Ding sind.
  3. du im Büro oder im Freien arbeiten möchtest.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • unterschiedliche Glasarten anrühren.
  • Anlagen wie Glaspressen, Blas- und Siebdruckmaschinen warten und reparieren.
  • computergesteuerte Maschinen bedienen.
  • fertige Glasprodukte, zum Beispiel Scheiben oder Flaschen, auf Qualität überprüfen.
  • Glas polieren, gravieren und verspiegeln.

Gehalt

Glas besteht hauptsächlich aus Quarzsand, Soda und Kalk.Doch wusstest du, dass man Glas auch zu Kohle machen kann? Natürlich mit dem Gehalt als Verfahrensmechaniker Glastechnik! Denn wenn du schon den ganzen Tag mit lärmenden Maschinen und glühender Glasmasse hantierst, dann möchtest du dir nach Feierabend sicher auch selbst mal eine erfrischende Flasche Limonade leisten können, oder? Wir verraten dir daher, ob du genug als Verfahrensmechaniker Glastechnik verdienst, oder ob du dein Gehalt eher mit dem Vergrößerungsglas suchen musst.

Was verdient ein Verfahrensmechaniker für Glastechnik während der Ausbildung?

In der Glasindustrie beträgt die Ausbildungsvergütung (Stand Januar 2026) beispielhaft 1.030 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 1.110 Euro im zweiten Jahr und 1.180 Euro im dritten Jahr der Ausbildung (Quelle: Bayerisches Tarifregister).Unternehmen, die nicht an einen Tarif gebunden sind, können sich an diesen Vergütungen orientieren oder die Vergütung frei vereinbaren. Die Vergütung kann in diesem Fall abweichen. Bekommst du den Mindestlohn für Azubis verdienst du mindestens 724 Euro im ersten Jahr, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Jahr.

Was kann ich als Verfahrensmechaniker für Glastechnik nach der Ausbildung verdienen?

Als Verfahrensmechaniker für Glastechnik verdienst du im Schnitt 2.584 bis 2.985 Euro brutto im Monat. 

Bei einer tariflichen Vergütung steigt man übrigens in regelmäßigen Abständen auf, so dass du alle paar Jahre ein höheres Gehalt erwarten kannst.

Du hast aber die Möglichkeit, dein Gehalt als Verfahrensmechaniker Glastechnik noch weiter zu erhöhen. Wenn du nämlich eine Weiterbildung zum Industriemeister oder zum Techniker machst, dann kannst du sogar mit über 3000 Euro im Monat rechnen. Was es mit diesen Weiterbildungen auf sich hat, erfährst du im Karriere-Ratgeber.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Ausbildung zum/zur Verfahrensmechaniker/-in Glastechnik

Nach der Ausbildung zum Verfahrensmechaniker Glastechniker bist du bestens geschult, um Glasmasse anzumischen, Schmelzöfen, Produktionsmaschinen und andere Anlagen zu bedienen, Glasprodukten den Feinschliff zu verpassen und Flaschen, Gläser und Scheiben auf Sauberkeit und Qualität zu überprüfen. Unternehmen wie die Ardagh Group bilden in der Regel mit dem Willen aus, Azubis zu übernehmen und ihnen eine lange Karriere zu ermöglichen.

Meister/-in

Hast du deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und dich mindestens zwei Jahre als Verfahrensmechaniker bewährt, dann kannst du die Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Glas in Angriff nehmen. Als Meister bist du bereit für verantwortungsvolle Führungsaufgaben in der Glasindustrie. Du legst zwar selbst auch noch Hand an, vor allem aber überwachst du die Glasherstellung. Dank dir werden die Produkte aus Glas zur richtigen Zeit und in der richtigen Qualität fertiggestellt.

Klar, dass du mit so viel Verantwortung auch ein höheres Gehalt bekommst. Die Industrie- und Handelskammer bietet solche Kurse an. In Vollzeit dauern die sechs bis zwölf Monate, in Teilzeit ungefähr zwei Jahre und kosten 4000 bis 5000 Euro. Am Ende der Fortbildung musst du dann noch eine Prüfung bestehen, und schon darfst du dich Meister nennen.

Techniker/-in

Nach deiner Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung kannst du dich auch zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Glastechnik weiterbilden lassen. Als Techniker entwirfst und baust du Glaselemente, erstellst Zeichenpläne, planst und überwachst die komplette Produktion.

Die Weiterbildung wird von Fachschulen angeboten und dauert in Vollzeit zwei, in Teilzeit vier Jahre. An manchen Fachschulen musst du dir während der Weiterbildung noch einen Schwerpunkt suchen, zum Beispiel Glas- und Fensterbautechnik oder Optik. Als Techniker steht dir natürlich ein höheres Gehalt zu. Dafür kostet die Weiterbildung aber auch bis zu 3000 und 7000 Euro.

Ingenieur/-in für Glastechnik

Mit dem richtigen Schulabschluss kannst du nach bestandener Ausbildung auch noch ein Ingenieursstudium anhängen. Am sinnvollsten ist für dich natürlich die Fachrichtung Werkstofftechnik mit Schwerpunkt auf Glas und Keramik. Nach dem Studium kannst du zum Beispiel verantwortungsvolle Aufgaben im Qualitätsmanagement übernehmen oder neue Produkt- und Prozesstechniken entwickeln. Mach dir aber im Vorfeld klar, dass ein Studium der Ingenieurwissenschaften alles andere als einfach ist. Dafür verdienst du aber hinterher auch deutlich mehr als ein Verfahrensmechaniker, Industriemeister oder Techniker

Wusstest du schon, dass...
  • die Ardagh Group in Nienburg eine Produktionsstätte von einer Größe von umgerechnet 68 Fußballfeldern betreibt? Hier werden Behältergläser für die Getränke- und Lebensmittelindustrie produziert - 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.
  • die berühmte geschwungene Form der Coca –Cola Konturflasche angeblich nach dem Bild einer Tiffany-Vase designt wurde? Ein Exemplar der Flasche steht sogar im Museum of Modern Art in New York.
  • Glasflaschen immer leichter werden? Mineralwasserflaschen aus Glas sind heute nur noch halb so schwer wie 1970. Bierflaschen sind seit 1955 sogar um zwei Drittel leichter geworden.
  • eine Mehrweg-Glasflasche 50 Mal wiederbefüllt werden kann? Noch dazu lässt sich Glas ohne Qualitätsverlust beliebig oft einschmelzen und wiederverarbeiten und ist damit ein besonders hochwertiges Recyclingprodukt.
  • rund 40 Prozent aller Getränke in Glas abgefüllt werden?

Bewerbung

Na, hat dich die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker Glastechnik neugierig gemacht? Kannst du die Hitze der Glasschmelze schon spüren, das Gemisch aus Quarzsand und Soda schon riechen? Spürst du die formvollendeten Flaschen und Gläser schon in deiner Hand? Perfekt, dann scheinst du hier den richtigen Job gefunden zu haben. Jetzt fehlt nur noch eins: Du musst du dich bewerben. Das muss dir aber kein Glas-, äh Kopfzerbrechen bereiten. Denn mit unseren Tipps wird die Bewerbung um die Ausbildung als Verfahrensmechaniker Glastechnik so durchschaubar wie eine Fensterscheibe.

Wenn du dich für diesen Job entschieden hast, dann hat deine Bewerbung um die Ausbildung als Verfahrensmechaniker Glastechnik beste Aussicht auf Erfolg. Denn jährlich kommen nur rund 130 Azubis hinzu. Die über 400 Glashersteller,darunter auch Deutschlands führender Produzent, die Ardagh Group, würden aber gerne noch deutlich mehr angehende Glasprofis einstellen. Wenn du also eine ordentliche Bewerbung abschickst, dann wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Aber was gehört denn in eine ordentliche Bewerbung? Bei der Bewerbung als Verfahrensmechaniker Glastechnik ist das gar nicht so kompliziert. Im Anschreiben schreibst du, warum du dich für diesen Job und das Unternehmen, an das die Bewerbung geht, entschieden hast. Da der Verfahrensmechaniker Glastechnik ein noch recht selten gewählter Ausbildungsberuf ist, hast du mit Sicherheit ein paar gute Gründe parat. Du findest Glas als Werkstoff spannend? Du möchtest mit Maschinen arbeiten und hast auch ein Händchen für Technik? Dann gehört das alles unbedingt ins Anschreiben.

Daneben schickst du noch deinen Lebenslauf und die Kopie deines letzten Schulzeugnisses oder der letzten beiden Schulzeugnisse ab. Auch wenn du für die Bewerbung um die Ausbildung als Verfahrensmechaniker Glastechnik nicht zwingend einen Schulabschluss brauchst, sehen die meisten Ausbilder doch gerne mindestens den Hauptschulabschluss. Wenn auf deinem Zeugnis dann auch noch gute Noten in Naturwissenschaftlichen Fächern hast, umso besser. Was alles in den Lebenslauf gehört, wie man ein perfektes Anschreiben hinbekommt und alles weitere, was du noch zum Thema Bewerbung wissen musst,findest du hier bei uns. Wir drücken dir auf jeden Fall die Daumen!

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Wer als Verfahrensmechaniker Glastechnik arbeitet, der darf sich für ein bisschen Schmutz nicht zu schade sein. In den Produktionshallen und Werkstätten ist es nicht gerade so sauber, dass man dort vom Boden essen könnte. Die meiste Zeit steckst du eh in irgendeiner Schutzkleidung. Beim Bewerbungsgespräch solltest du aber nicht gleich zeigen, dass du mit Schmutz keine Probleme hast. Hier solltest du lieber sauber erscheinen. Den Anzug mit Krawatte kannst du dir aber sparen, du bewirbst dich ja schließlich nicht in einer Bank. Achte einfach darauf, dass du in gepflegten Klamotten auftauchst. Jeans, ein Shirt oder auch ruhig ein Hemd sind völlig passend für den angehenden Verfahrensmechaniker.

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