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Änderungsschneider/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Änderungsschneider/in
Grafik: Ausbildung Änderungsschneider/in

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartKlassische duale Berufsausbildung
Empf. SchulabschlussHauptschulabschluss
Ausbildungsdauer2 Jahre
Arbeitszeitwerktags, Wochenendarbeit möglich

Allgemeine Infos

Wenn unsere Lieblingsjeans auf einmal ein bisschen zu eng sitzt, wir aber auf keinen Fall auf sie verzichten möchten, lassen wir uns von Änderungsschneidern aus dieser aussichtslosen Situation befreien! Ihre Waffen: Nähmaschine, Nadel und Faden. Ihre Mission: Kleidungsstücke umändern, reparieren, vergrößern, verkleinern, erweitern oder verschönern. Hier bleibt garantiert kein Kundenwunsch unerfüllt, denn ausgebildete Änderungsschneider verbringen manchmal kleine Wunder. Wenn auch du flinke Finger und ein gutes Auge für Design und Maße hast, solltest du jetzt weiterlesen.

Bild aus dem Text zu Änderungsschneider/in

Wie läuft die Ausbidung zur Änderungsschneiderin ab?

Die duale Ausbildung zum Änderungsschneider dauert zwei Jahre. Wo du sie machst, bleibt dir überlassen. Die häufigsten Ausbildungsbetriebe sind wohl Maßschneidereien, Bekleidungshäuser, Schneiderateliers oder Werkstätten. Im ersten Jahr deiner Ausbildung planst und bereitest du in erster Linie Arbeitsabläufe vor. Wie du bereits weißt, ist der Kundenkontakt in diesem Beruf sehr wichtig. Zufriedene Kunden, die sich kompetent behandelt und gut beraten fühlen, kommen immer wieder. Ohne Kunden, könntest du deinen Job nicht machen – Genau das Gleiche gilt auch für deine Arbeitsgeräte. Egal ob Nadel, Bügeleisen oder Nähmaschine. Du musst dafür sorgen, dass die Geräte und Maschinen stets instand gehalten werden und, wenn nötig, repariert werden. Dein Auszubildender bringt dir bei, wie man Kleinstücke und Hilfsstoffe zurichtet, sowie Näh- und Bügelarbeiten ausführt.

Was macht ein Änderungsschneider?

Ein Beispiel: Muttis altes, langes schwarzes Abendkleid hängt schon viel zu lange ungetragen im Kleiderschrank und fristet ein trostloses Leben. Deine Kundin würde dem Kleid und ihrer Mutter ja gerne den Gefallen tun und es mal anziehen, aber es ist ihr einfach viel zu lang und überhaupt nicht mehr angesagt. Mit der Ausbildung zur Änderungsschneiderin kannst du ihr helfen! Mit gekonnten Fingergriffen und einem Maßband nimmst du Maß an der Kundin und änderst dann das Kleidungsstück entsprechend. Anstatt eines langen Kleides, hätte sie lieber ein „kleines Schwarzes“. Als Änderungsschneider hast du die Aufgabe, deine Kundin zu betreuen und fachgerecht zu beraten. Kläre sie über die Möglichkeiten, den Aufwand und die anfallenden Kosten der Änderungen auf. Anschließend misst du die Länge des Stoffes, markierst die Stelle, die umgearbeitet werden soll, steckst sie ab und zückst die Schere. Mit nur wenigen Handgriffen und Schnitten, ist aus dem langweiligen, alten Kleid ein kurzes, stylisches Outfit geworden und auf einmal wieder tragbar! Deine Kundin hat außerdem noch die kaputte Hose des jüngsten Familienmitglieds dabei. Die hat er schon seit Ewigkeiten nicht mehr getragen, da der Reißverschluss hakt. Auch Reparaturen gehören zum Arbeitsalltag eines Änderungsschneiders. Der Reißverschluss wird innerhalb weniger Minuten ausgetauscht und Mutter und Sohn freuen sich darüber, dass er seine Hose wieder anziehen kann.

Wenn du als Änderungsschneider mit deiner Arbeit fertig bist, gehört es zum Service, dass du die Textilien mit Bügelautomaten oder Handbügeleisen glättest. Dabei musst du auf jeden Fall darauf achten, dass du Nähte, Aufnäher und reparierte Stellen vorsichtig behandelst, um den Stoff nicht zu beschädigen. Danach kontrollierst du, ob alle Änderungen auch dem Kundenwunsch entsprechend ausgeführt wurden und handwerklich alles richtig gemacht wurde. Sollte ein Fehler passiert sein, so hast du jetzt noch die Chance, die Nähte wieder aufzutrennen und das Textilstück nachzubearbeiten. In der Ausbildung zur Änderungsschneiderin kümmerst du dich jedoch nicht nur darum, dass Menschen gut gekleidet sind. Auch wenn sie ihre eigenen vier Wände verschönern wollen, kommen sie zu dir. Du hast sicher auch schon einmal einen schönen Stoff in einem Einrichtungshaus oder Stoffladen gesehen. Wenn man eher ungeschickt im Umgang mit Nadel und Faden ist oder keine Nähmaschine besitzt, kann man sich solche Stoffe von Änderungsschneidern zunähen lassen. Egal ob Gardine, Tischdecke oder Bettwäsche: Während deiner Ausbildung als Änderungsschneider lernst du auch Heimtextilien nach Kundenwunsch zuzuschneiden.

Du solltest Änderungsschneider/in werden, wenn...
  1. du ein gutes Hand- und Fingergeschick hast.
  2. du einen Sinn für Ästhetik hast.
  3. du gut mit Technik umgehen kannst.
Du solltest auf keinen Fall Änderungsschneider/in werden, wenn...
  1. du nicht gerne handwerkliche Arbeiten erledigst.
  2. du nicht gut rechnen kannst.
  3. du dich nicht für Mode interessierst.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • Kunden fachgerecht beraten und betreuen.
  • Anproben durchführen.
  • Kalkulationen durchführen.
  • Reißverschlüsse anbringen und Änderungen durchführen.
  • am Kunden Maß nehmen.
  • Kleidungsstücke zuschneiden.
  • Ketteln und Säumen.

Gehalt

Kunden beraten, Maß nehmen, Stoff abstecken, umnähen. Was ein Änderungsschneider den ganzen Tag lang so macht, das weißt du nun. Neben Kundenfreundlichkeit ist auch das handwerkliche Geschick von großer Wichtigkeit in diesem Beruf. So gut es geht, versuchst du die Wünsche deiner Kunden in die Tat umzusetzen. Dann können sie endlich wieder ihr kaputtes oder zu groß gewordenes Lieblingskleidungsstück tragen oder einen neuen Vorhang im Schlafzimmer anbringen. Doch allein von Fingergeschick und einem Sinn für Ästhetik, wirst du nicht reich. Natürlich musst du vor deiner Entscheidung für den Job und vor der Absendung deiner Bewerbung auch wissen, wie es mit dem Änderungsschneider-Gehalt so aussieht. Da wir nicht gut im Nähen, dafür aber im Recherchieren sind, haben wir uns mal für dich schlau gemacht!

Was verdient eine Änderungsschneiderin in der Ausbildung?

Je nachdem ob du in der Industrie oder im Handwerk arbeitest, fällt dein Änderungsschneider Verdienst unterschiedlich aus. Wenn du nach Tarif bezahlt wirst, fällt dein Gehalt ganz ordentlich aus. In NRW bekommst du zum Beispiel als Azubi im Einzelhandel im ersten Ausbildungsjahr 960 Euro brutto im Monat; im Bekleidungslohngewerbe liegt das Gehalt mit 736 Euro ein gutes Stück darunter.

Wirst du nicht nach Tarif bezahlt, greift auf jeden Fall der Mindestlohn für Auszubildende, den es seit Januar 2020 gibt und der jährlich erhöht wird. Im ersten Ausbildungsjahr liegt dein Gehalt ab 2026 bei mindestens 724 Euro. Im zweiten Jahr deiner Ausbildung vertiefst du überwiegend die Kenntnisse aus dem ersten Jahr. Zu deinen Aufgaben gehört es jetzt auch, Großstücke zuzurichten. Neben Kleidungsstücken erweiterst du deine Änderungsarbeiten außerdem auf Heimtextilien wie Vorhänge, Tischdecken oder Bettwäsche. Dein Verdienst liegt nun bei mindestens 854 Euro brutto im Monat. Neben der praktischen Arbeit im Betrieb, musst du natürlich auch die Berufsschule besuchen, um die dazugehörige Theorie vermittelt zu bekommen. Zu den wichtigsten Fächern gehört ohne Zweifel textiles Gestalten. Um Änderungen an Textilien oder Näharbeiten auszuführen, ist das Fachwissen hier unverzichtbar. Auch Mathe pauken ist angesagt. Vor jeder Näharbeit musst du den Materialbedarf berechnen und am Ende eine Rechnung für deine Arbeiten stellen.

Was kann ich als Änderungsschneider später verdienen?

Nach deiner Ausbildung zum Änderungsschneider kannst du mit einem Gehalt zwischen 2.230 und 2.406 Euro brutto im Monat rechnen. Als Maßschneidermeister kannst du später dein Gehalt aufstocken und Fach- und Führungsaufgaben bei der handwerklichen Herstellung von Bekleidung übernehmen.

Als Betriebswirt für Textil bist du in Industrie- oder Handelsunternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie in kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Fach- und Führungsaufgaben tätig. Du nimmst Aufgaben im Vertrieb, Kundenservice, Ein- und Verkauf, Controlling, Materialwirtschaft oder Marketing wahr und wirst mit bis zu 3.500 Euro monatlich belohnt. Auch ein Hochschulabschluss ist drin! Mit einem Modedesign-Studium kannst du im Bereich Textil-, Modedesign einsteigen oder dich als Textil-, Industrie- oder Produktdesigner selbstständig machen.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es für Änderungsschneider?

Ausbildung zum Änderungsschneider

Die Ausbildung dauert 2 Jahre. Als Änderungsschneider veränderst und reparierst du Kleidungsstücke und Heimtextilien nach Kundenwünschen. Meistens arbeitest du in handwerklichen Änderungs- bzw. Maßschneidereien.

Maßschneidermeister

Die Prüfungsvorbereitungen dauern 6 bis 9 Monate. Du übernimmst Fach- und Führungsaufgaben bei der handwerklichen Herstellung von Bekleidung. Du planst Arbeitsprozesse und stellst die Qualität der Produkte sicher.

Betriebswirt für Textil

Die Weiterbildung dauert 2 Jahre. Du bist in Industrie- oder Handelsunternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie tätig und führst kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Fach- und Führungsaufgaben aus. Außerdem nimmst du Aufgaben im Vertrieb, Kundenservice, Ein- und Verkauf, Controlling, Materialwirtschaft oder Marketing wahr.

Modedesign-Studium

Das Studium dauert 6 bis 8 Semester. Du kannst im Bereich Textil-, Modedesign einsteigen oder dich als Textil-, Industrie- oder Produktdesigner selbstständig machen.

Wusstest du schon, dass...
  • das „kleine Schwarze“ durch Coco Chanel populär wurde?
  • der italienisch-amerikanische Spielzeughersteller tokidoki eine Puppe produzierte, die Karl Lagerfeld nachempfunden wurde?
  • eine Overlock-Nähmaschine den Rand eines oder mehrerer Stoffe näht?
  • Knöpfe mit Knopflöchern im 13. Jahrhundert in Deutschland erfunden wurden?
  • 1152 die erste Schneiderzunft in Deutschland gegründet wurde?

Bewerbung

Was sind die Voraussetzungen für die Bewerbung als Änderungsschneider?

Der Bewerbungsmarathon steht vor der Tür und für dich steht fest: Nähen ist alles andere als altmodisch! Dass du eine Bewerbung auf die Ausbildung als Änderungsschneider beziehungsweise Änderungsschneiderin schreiben möchtest, ist daher klare Sache. Auch wenn in der Schule einige Sachen zum Thema Bewerbung durchgekaut wurden, ist es ganz normal, wenn du noch ein paar Fragen rund ums Thema Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Co hast. Lies doch gleich bei uns nach, was alles in deine Ausbildungsbewerbung als Änderungsschneider hinein gehört.

Nadel, Faden und Nähmaschine zählen zu deinen Lieblingswerkzeugen. Aber bevor du in der Ausbildung voll durchstarten kannst, steht zu allererst dein Bewerbungsschreiben als Änderungsschneiderin an. Zu der klassischen Bewerbung gehören ein kurzes Anschreiben, dein Lebenslauf und eine Kopie deiner Zeugnisse. Damit deine Bewerbung auf die Ausbildung zum Änderungsschneider in die engere Auswahl kommt, solltest du auf jeden Fall sicherstellen, dass keine Fehler drin sind und dass die Dokumente einheitlich formatiert sind. Sehen deine Bewerbungsunterlagen als Änderungsschneiderin ordentlich beim Durchblättern aus, hinterlässt du schon mal einen guten ersten Eindruck.

Das Herzstück deiner Änderungsschneider-Bewerbung ist das Anschreiben. Obwohl dieses kurz gehalten werden soll, ist hier der richtige Platz dafür, deine Motivation zu erklären, warum du eine Ausbildung zur Änderungsschneiderin oder zum Änderungsschneider anstrebst. Deine Fähigkeiten gehören dazu natürlich auch. Hast du schon Praktika absolviert, die in diesem Bereich liegen, ist dies nur zum Vorteil! Neben dem handwerklichen Part des Nähens und Reparierens gehört auch enger Kundenkontakt zu deinem Wunschberuf. In deiner Bewerbung um die Ausbildung zum Änderungsschneider kannst du also durchaus deine sozialen Kompetenzen erwähnen. Schließlich sollen deine Kunden mit deinen Reparaturen und Änderungen, aber auch mit deinem Service zufrieden sein.

Dein Lebenslauf ist der zweite Teil deiner Ausbildungsbewerbung zum Änderungsschneider. Hier kannst du zum einen über deinen schulischen Werdegang und bisherige Praktika informieren, zum anderen mit deinen Kenntnissen und Interessen punkten. Dass du gern nähst, bastelst und dich für Mode und Stoffe begeistern kannst, ist dabei natürlich aussagekräftiger als der Fakt, dass du gern ins Kino gehst. Wie dein Lebenslauf im Detail aussehen kann und was du auf keinen Fall vergessen darfst, kannst du hier bei uns nachlesen!

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Deine Bewerbung auf eine Ausbildung zum Änderungsschneider hat es in die engere Auswahl geschafft und du wurdest zum Vorstellungsgespräch eingeladen? Super! Jetzt bloß nicht nervös werden – was du alles beachten solltest, haben wir hier für dich zusammengestellt. Gerade als angehender Änderungsschneider solltest du darauf achten, dass auch dein Äußeres einen positiven Eindruck hinterlässt. Dafür musst du jetzt nicht im teuersten Anzug oder Kostüm auftauchen. Ein schickes Hemd bzw. eine schlichte Bluse und dazu eine passende Hose oder ein nicht zu kurzer Rock sind vollkommen angemessen. Achte vor allem darauf, dass alles gut sitzt und sich nirgendwo ein Faden gelöst hat – du willst ja nicht gleich vom Bewerber zum Kunden werden!

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