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Weintechnologe/-technologin

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Weintechnologe/-technologin
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Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartKlassische duale Berufsausbildung
Empf. SchulabschlussMittlere Reife
Ausbildungsdauer3 Jahre
ArbeitszeitWerktags

Allgemeine Infos

Quitsch, quatsch, Traubenmatsch – in der Ausbildung als Weintechnologe lernst du, Trauben erst in Maische und Most und dann in Wein oder weinähnliche Getränke zu verwandeln. Natürlich besteht deine Aufgabe jetzt nicht daraus, in Kübeln voller Weintrauben herumzuplanschen. Du musst stattdessen allerhand Maschinen wie Pressen und Abfüllanlagen bedienen, die Qualität der Trauben und des Weines beurteilen, den Gärungsprozess überwachen und am Ende die fertigen Flaschen fachmännisch lagern und verschicken. Alles, was es sonst noch über die Ausbildung als Weintechnologe zu wissen gibt, bekommst du jetzt von uns serviert. Cheers!

Bild aus dem Text zu Weintechnologe/-technologin

Was macht ein Weintechnologe?

Bei der Ausbildung als Weintechnologe verfolgst du den gesamten Weg der Traube von der Anlieferung in der Winzerei oder der Weinkellerei bis hin zum Versand an den Weinhandel. Zuerst einmal werden die gelieferten Trauben dafür geprüft, zum Beispiel auf ihren Zuckergehalt. Anschließend werden sie zu Fruchtbrei zerkleinert, der sogenannten Maische und danach zu Saft, dem Most, ausgepresst.

Der Traubenmost muss dann auf mechanische, maschinelle oder chemische Weise vorgeklärt werden, zum Beispiel werden Schmutzreste oder Schalenstückchen entfernt. Anschließend beobachtest du die Gärung des Mosts, misst die Temperatur und nimmst Proben. Ist der Wein fertig, prüfst du ihn im Labor: Wie hoch sind der Alkohol- und Zuckergehalt? Stimmen Farbe und Bukett? Ist alles fein mit dem Wein, dann wird er in Flaschen abgefüllt, fachmännisch gelagert und für den Versand ready gemacht. Manchmal wird auch den Kunden der Wein auf Verkostungen, den sogenannten Degustationen, schmackhaft gemacht.

Wer sich jetzt darauf freut, bei der Ausbildung als Weintechnologe mit Händen und Füßen Trauben zermatschen zu dürfen, den müssen wir leider enttäuschen: Weintechnologen und -technologinnen arbeiten hauptsächlich mit Maschinen und Anlagen: Pressen, Pumpen, Kühl- und Erwärmungsanlagen, Prüf- und Messgeräte, Gär- und Abfüllanlagen – für jede Station auf dem Weg von der Frucht zum Getränk hast du technische Unterstützung. Sonst würde es ja auch nicht Ausbildung als Weintechnologe, sondern als Weinstampfer oder Traubenzermatscher heißen. Diese ganzen Maschinen müssen natürlich auch regelmäßig gewartet und gesäubert werden und hin und wieder musst du auch mal ein Weinfass von innen putzen.

Wie läuft die Ausbildung zum Weintechnologe ab?

Die Ausbildung als Weintechnologe dauert drei Jahre und findet sowohl in Betrieben als auch in Berufsschulen statt. Im theoretischen Unterricht lernst du, wie du die Qualität der Trauben beurteilst, wie Maische und Most verarbeitet werden und was du über alkoholische Gärung wissen musst. Vor Ort in den Winzereien und Kellereien setzt du das Gelernte dann in die Tat um, maischt Trauben ein und verwandelst das alles dann in Wein.

Für die Ausbildung als Weintechnologe werden daher Azubis gesucht, die nicht nur aufmerksam und verantwortungsvoll arbeiten, sondern die auch handwerkliches Geschick und technisches Verständnis mitbringen. Außerdem solltest du einen guten Geruchs- und Geschmackssinn haben. Da es öfter auch mal zur Kundenberatung kommen kann, bei der die Weinfreunde dich so ausquetschen wie du zuvor deine Trauben, solltest du außerdem ein freundliches Wesen mitbringen.

Du solltest Weintechnologe/-technologin werden, wenn...
  1. du handwerkliches Geschick und technisches Verständnis mitbringst.
  2. dich die Herstellung von Wein interessiert.
  3. „Bravo Traube“ dein Lieblingsspiel war oder immer noch ist.
Du solltest auf keinen Fall Weintechnologe/-technologin werden, wenn...
  1. du Wein nicht von Wasser unterscheiden kannst.
  2. Apfelmus und andere zermatschte Früchte dich anekeln.
  3. dich schon der Geruch von Wein beschwipst macht.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • Trauben zu Maische und Most zerkleinern.
  • Maische und Most zu Wein verarbeiten.
  • Maschinen wie Pressen und Abfüllanlagen bedienen.
  • Weintrauben auf Qualität, Geruch, Farbe und Zuckergehalt kontrollieren.
  • Wein in Flaschen abfüllen und fachgerecht lagern.

Gehalt

Im Durchschnitt geben die Deutschen 2,38 Euro pro Flasche Wein aus. Schauen wir uns doch mal dein Gehalt als Weintechnologe an und gucken, ob du dich eher eine Preisklasse darunter oder darüber orientieren solltest. Ist vielleicht sogar ein „Domaine de la Romanee-Conti“ drin, der schon mal mehrere tausend Euro pro Flasche kostet, oder greifst du lieber zum Tetra Pak aus dem Discounter? Wir schütten dir jetzt reinen Wein und verraten, ob dein Gehalt als Weintechnologe für dich ein Grund zum Wein(en) ist.

Was verdient ein Weintechnologe während der Ausbildung?

Während der Ausbildung zum Weintechnologen erhältst du monatlich 745 bis 1.087 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr. Im zweiten Ausbildungsjahr kannst du zwischen 830 und 1.141 Euro verdienen. Im dritten Ausbildungsjahr bekommst du zwischen 900 und 1.191 Euro. 

Wie hoch dein Gehalt nun tatsächlich ist, hängt davon ab, ob du nach Tarif bezahlt wirst oder, ob du dein Gehalt mit deinem Ausbildungsbetrieb ausgehandelt hast.

Was kann ich als Weintechnologe nach der Ausbildung verdienen?

Nach der Ausbildung gilt für dich, was auch für guten Wein gilt: Du reifst im Laufe der Jahre und wirst mit dem Alter immer besser. Das spiegelt sich natürlich auch in deinem Gehalt als Weintechnologe wieder. Nach der Ausbildung beginnt dein Verdienst als Weintechnologe bei rund 2.100 Euro im Monat. Je nach Lage, Größe und Umsatz deines Arbeitgebers sind zu Beginn auch bis zu 2.200 Euro möglich. Einige Winzereien, Kellereien sowie der Weinhandel bieten ihren Mitarbeiten auch Tarifverträge an. Dann ist klar vorgegeben, wann dir eine Gehaltserhöhung zusteht und du kannst mit mindestens 2.100 Euro am Anfang rechnen.

Möchtest du später, dass dein Gehalt als Weintechnologe wie eine sonnenbeschiene Weinrebe sprießt, dann solltest du über eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker nachdenken. Als Weinküfermeister und als Techniker der Fachrichtung Weinbau und Kellerwirtschaft sind zwischen 2500 und 4000 Euro im Monat möglich. Wer auf seinem Gebiet natürlich riesigen Erfolg hat und einen Wein kreiert, der jeden Franzosen vor Neid erblassen lässt, kann natürlich auch noch deutlich mehr verdienen.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Ausbildung als Weintechnologe

Nach deiner Ausbildung als Weintechnologe weißt du alles darüber, wie man aus Trauben einen schmackhaften Wein oder Sekt herstellt. Ob Zubereitung, Kontrolle oder Lagerung und Versand – bei dir ist eine guter Tropfen in sicheren Händen.

Weiterbildungen

Als Weintechnologe stehen dir zahlreiche Weiterbildungen offen: Weinseminare zum Beispiel, aber auch Kurse zu Warenkunde, Lebensmittelrecht, Lebensmittelhygiene oder Maschinen- und Anlagenüberwachung. Auch Aufstiegsweiterbildungen, zum Beispiel zum geprüften Weinfachberater oder zum staatlich geprüften Wirtschafter Fachrichtung Weinbau sind für dich interessante Karrieremöglichkeiten.

Meister/-in

Nach deiner Ausbildung kannst du dich zum Meister oder zur Meisterin weiterbilden lassen. Das geht zum Beispiel als Weinküfer- oder Kellermeister. Die Weiterbildung zum Meister dauert in Vollzeit ein halbes Jahr, kann aber auch in Teilzeit gemacht werden und wird der Meisterprüfung abgeschlossen. Angeboten wird so eine Weiterbildung von unterschiedlichen Verbänden und Lehranstalten aus dem Wein-Bereich. Sie kostet zwar bis zu 3000 Euro, anschließend darfst du dich aber über verantwortungsvolle Führungspositionen und ein höheres Gehalt freuen.

Techniker/-in

Nach deiner Ausbildung kannst du dich auch zum Techniker oder zur Technikerin der Fachrichtung Weinbau und Kellerwirtschaft weiterbilden lassen. In Vollzeit musst du dafür zwei Jahre Zeit an einer Fachschule einplanen. Anschließend bist du Experte in verschiedenen Techniken, zum Beispiel des Rebenanbaus oder der Weinbereitung.

Selbstständigkeit

Als Weintechnologe hast du auch die Möglichkeit, dich selbstständig zu machen. Wie wärs also mit einer eigenen Weinherstellung, Weinkellerei oder Weinfachhandlung? Bevor du aber darauf anstoßen kannst, dein eigener Chef zu sein, solltest du ein paar Dinge beachten: Du brauchst das nötige Kleingeld, um deinen eigenen Betrieb zu eröffnen, ein paar Jahre Berufserfahrung, um das Geschäft zu kennen und an der einen oder anderen Weiterbildung solltest du auch teilgenommen haben.

Studium

Den passenden Schulabschluss vorausgesetzt, könntest du nach der Ausbildung als Weintechnologe auch noch ein Studium anhängen. Es gibt zum Beispiel den Studiengang Weinbau. In diesem Studium lernst du Bereiche wie Chemie, Biologie oder Betriebswirtschaft kennen, aber auch Fächer wie die Geschichte des Weinbaus oder die Anatomie der Weinrebe stehen auf dem Stundenplan.

Wusstest du schon, dass...
  • der Weintechnologe bis 1982 Weinhandelsküfer und noch bis 2013 Weinküfer hieß?
  • Weinreben schon vor 5000 Jahren vom Menschen angebaut wurden?
  • die größte Weinflasche der Welt ganze 2011 Liter fasst? In das größte Weinfass der Welt passen sogar 1,7 Millionen Liter, doch statt Flüssigkeit befindet sich darin ein Restaurant.
  • das Wort Wein über 200 Mal in der Bibel vorkommt?
  • es in Japan einen alkoholfreien Wein für Katzen gibt?

Bewerbung

Irgendwas im kaufmännischen Bereich, irgendwas mit Medien, irgendwas mit…Weintrauben? Wer eine Bewerbung zur Ausbildung als Weintechnologe abschickt, der macht das nicht, bloß weil ihm gerade nichts Besseres einfällt. Weintechnologen üben ihren Beruf mit Leidenschaft aus, sie genießen es, durch Sorgfalt ein edles Tröpfchen herzustellen. Diese Leidenschaft solltest du dementsprechend schon bei deiner Bewerbung als Weintechnologe deutlich machen.

Das heißt jetzt aber nicht, dass du eine Flasche deines Weines, den du im Keller deiner Eltern hergestellt hast, als Bewerbung zur Ausbildung als Weintechnologe abschickst. Die Winzereien und anderen Ausbildungsbetriebe erwarten schon ganz formal eine Bewerbungsmappe mit Anschreiben, Lebenslauf und deinem letzten Schul- oder deinem Abschlusszeugnis.  

Bei der Bewerbung zur Ausbildung als Weintechnologe musst du auf jeden Fall deutlich machen, warum du dich für diesen speziellen Beruf entschieden hast. Genauso kannst du aber auch alles aufzählen, was du schon über Wein oder die Weinproduktion kennst. Hast du schon Bücher zum Thema gelesen oder Rebereien und Winzereien vor Ort besucht? Haben deine Eltern vielleicht dein Interesse an Wein geweckt, weil sie selber Hobbywinzer sind? Vielleicht warst du ja auch schon auf einigen Degustationen oder hast an einem Weinseminar teilgenommen?

Außerdem solltest du natürlich auch begründen können, warum du dich ausgerechnet in diesem Betrieb bewirbst. Kennst und schätzt du die Weine, die dort hergestellt werden? Beeindruckt dich der gute Ruf einer bestimmten Winzerei? Sagen dir allgemein die Weine aus dieser Region zu? Wie auch immer du also auf diesen Beruf und diesen Betrieb gekommen bist – für deinen zukünftigen Arbeitgeber ist das in der Regel wichtiger als ein besonders gutes Abschlusszeugnis. Wenn sich dort allerdings gute Noten in Biologie und Chemie finden lassen, könnte dir das noch einen Pluspunkt bei der Bewerbung als Weintechnologe bescheren.

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Trauben pressen, an Maschinen rumwerkeln, Weinfässer putzen – als Weintechnologe bist du die meiste Zeit im Arbeitsanzug unterwegs. In schickere Sachen schlüpfst du höchstens, wenn du mal ein paar Gäste zur Weinverkostung empfängst. Also musst du auch zum Bewerbungsgespräch nicht in Anzug oder Kostüm auftauchen. Es reicht, wenn du einfach gepflegt und ordentlich auftauchst, zum Beispiel mit einer sauberen Jeans und einem Hemd oder einer schönen Bluse. Da bei der Weinherstellung viel Wert auf Hygiene gelegt wird, solltest du aber auf jeden Fall darauf achten, nicht mit schmutzigen Fingernägeln oder ungewaschenen Haaren aufzutauchen. Denn sonst wirst du genauso schnell aussortiert wie eine faulige Weintraube.

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