Einblicke, Perspektiven und freie Stellen Ausbildung
Maßschneider/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Maßschneider/in
Grafik: Ausbildung Maßschneider/in

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartKlassische duale Berufsausbildung
Empf. SchulabschlussMittlere Reife
Ausbildungsdauer3 Jahre
Arbeitszeitwerktags, Wochenendarbeit möglich

Allgemeine Infos

Du kennst den Unterschied zwischen Satin, Atlas, Brokat und Kattun; Formblende, Schößchen und Wasserfallausschnitt sind für dich keine Fremdworte, da du sowieso jedes Wochenende mit Schnittmustern, Nähmaschine und Ziernähten hantierst. Auf diese Leidenschaft fürs Textile kannst du mit einer Ausbildung zur Maßschneiderin perfekt aufbauen und somit dein Hobby zum Beruf machen. Wenn du außerdem gern mit Kunden umgehst und deren kühnsten Kleiderträume wahr werden lassen möchtest, indem du ihnen Anzüge und Kleider wortwörtlich auf den Leib schneiderst, dann ist diese Ausbildung wie für dich gemacht.

Bild aus dem Text zu Maßschneider/in

Was macht man in der Ausbildung als Maßschneider?

Als Maßschneiderin bist du für die Kunden da, die einen zu individuellen Geschmack für H&M und Co. haben; für Leute, die Wert auf gut verarbeitete, hochwertige Stoffe legen oder die einfach nicht den gängigen Kleidergrößen entsprechen. Egal welchen dieser Kunden du gerade betreust: Es wird eine spannende Herausforderung, den schönsten Stoff und den richtigen Schnitt auf seine Wünsche abzustimmen. Besonders aufregend wird es, wenn ein großes Event ansteht und du ausgefallene Kleidungsstücke wie Ballkleider, Hochzeitsanzüge oder gar Theaterkostüme anfertigen sollst.

Je nach Atelier beginnt dein Arbeitstag als Maßschneider irgendwann zwischen acht und zwölf Uhr. Entweder arbeitest du an bereits begonnenen Projekten oder du hast Termine mit Kunden, die neue Kleidungsstücke bei dir in Auftrag geben. Um den Wünschen gerecht zu werden, klärst du genau, was der Kunde will, ihr sprecht über Schnitt, Farbe und Stoff.

Entweder greifst du dabei auf klassische Schnittmuster zurück oder du lässt deiner Kreativität freien Lauf und entwirfst selbst eins. Es würde nicht Maßschneider heißen, wenn du nicht auch Maß nehmen müsstest, also schnappst du dir entweder das Maßband oder den digitalen Bodyscanner und legst los. Mit all diesen Informationen kannst du dich nun an die Nähmaschine setzen und losnähen.

Wie läuft die Ausbildung als Maßschneider ab?

Es gibt bei der Ausbildung zur Maßschneiderin zwei verschiedene Ausbildungsarten. Für die duale Ausbildung, wo du das Theoretische in der Schule und die Praxis im Atelier lernst, brauchst du oft ein Abitur. Für die schulische Ausbildung hingegen reicht auch ein Hauptschulabschluss. Du wirst lernen, dass es nicht nur auf die Kreativität und das handwerkliche Geschick ankommt, sondern auch Mathe ein wesentlicher Bestandteil der Maßschneiderei ist. Schließlich du musst nicht nur berechnen, was deine Kunden für ihre Kleider bei dir zahlen, sondern auch kalkulieren, wie viel Stoff du für welchen Teil des Kleidungsstückes brauchst.

Du kannst dich beim Bewerben um die Ausbildung zur Maßschneiderin auch noch ein wenig mehr von deinen Interessen leiten lassen. Beispielsweise ist die Maßschneiderlehre auch am Theater möglich, da kannst du dann Romeo und Julia ihre prächtigen Gewänder nähen und dein Werk auf der Bühne sehen. Wenn dich aber die hippe Modewelt Berlins mehr anspricht, stell dich einfach bei ein paar kleineren Schneidereien in der Hauptstadt vor – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Im Laufe deiner Ausbildung musst du dich allerdings entscheiden, ob du Damen- oder Herrenschneiderin werden möchtest.

Wenn du die drei Jahre Ausbildung dann hinter dir hast, kannst du deine Arbeitsmarktchancen und auch dein Gehalt durch den Erwerb von Zusatzqualifikationen verbessern. Du kannst dich z. B. zur Technikerin der Fachrichtung Bekleidungstechnik oder zur Textilbetriebswirtin weiterbilden oder die Prüfung zur Maßschneidermeisterin ablegen. Ansonsten bietet sich auch noch ein Studium im Mode- oder Textildesign oder der Bekleidungstechnik an. Je nach Hochschule ist das mit abgeschlossener Ausbildung auch ohne Abitur möglich. Schneidere dir einfach deine Zukunft selbst!

Du solltest Maßschneider/in werden, wenn...
  1. Mode und das dazugehörige Handwerk zu deinen Hobbys gehören.
  2. du gern mit Menschen arbeitest und auch keine Scheu davor hast, ihre Körper zu vermessen.
  3. kreatives und sorgfältiges Arbeiten dein Ding ist.
Du solltest auf keinen Fall Maßschneider/in werden, wenn...
  1. du von Mathe so gar keine Ahnung hast.
  2. Kleidung für dich nur dazu da ist, kein öffentliches Ärgernis zu erregen.
  3. der Unterschied zwischen einem Shirt von der Stange und einer maßangefertigten Edelbluse für dich kaum bemerkbar ist.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • deine eigenen Kleidungsstücke entwerfen und anfertigen.
  • die Qualität der meisten Stoffe bestimmen.
  • deine Kunden von oben bis unten ausmessen.
  • mit der Maschine ODER von Hand nähen.
  • zunehmen und abnehmen wie du möchtest, schließlich kannst du dir deine Kleidung jederzeit weiter oder enger nähen.
  • die wichtigsten Faustregeln für Stoffmengen im Schlaf aufsagen.
  • für jede Körperform den passenden Schnitt und Stoff empfehlen.
  • auf die Waschanleitung an Kleidungsstücken verzichten – denn du weißt selbst am besten, was welcher Stoff verträgt.

Gehalt

Schnipp Schnapp, Ärmel ab – und direkt wieder drangenäht. Als fertige Maßschneiderin kannst du noch vielmehr, denn jetzt bist du auch in der Lage, zu bestimmen, mit welcher Technik der Ärmel wieder drangenäht werden muss, aus welchem Stoff der Ärmel besteht und aus welchen Fasern der Stoff gemacht wurde. Außerdem bist du geübt darin, mit Kunden zu reden, ihre Wünsche in die Tat, also die perfekte Kleidung, umzusetzen und vieles vieles mehr. Konzentriere dich darauf, was du schon erreicht hast, darauf, was du kannst und wie bemerkenswert deine Fähigkeiten sind. Denn so toll der Job ist, bei der Gehaltsfrage musst du ein tapferes Schneiderlein sein. Wir verraten dir an dieser Stelle, wie viel Gehalt als Maßschneiderin drin ist.

Was verdiene ich während der Ausbildung als Maßschneider?

Seit dem 1. Januar 2020 gibt es auch für Auszubildende einen Mindestlohn. Sollte dein Ausbildungsbetrieb allerdings an einen Tarifvertrag gebunden sein, gelten die darin festgehaltenen Vergütungszahlen. Als Maßschneider bekommst du so mindestens 724 Euro brutto im Monat in deinem ersten Ausbildungsjahr. Mindestens 854 Euro sind es dann bereits in deinem zweiten Jahr und im dritten Jahr steigt deine Ausbildungsvergütung schon auf mindestens 977 Euro brutto im Monat an.

Was verdiene ich nach meinem Abschluss?

Nach deiner Ausbildung zum Maßschneider bist du zwar kein Großverdiener, deine Lohnuntergrenze wird aber klar festgelegt. Und zwar vom Mindestlohn. Im Monat kannst du bei einer 40-Stunden-Woche also mindestens mit einem Gehalt von rund 1.900 Euro brutto rechnen. Was nicht heißt, dass du nicht auch deutlich mehr verdienen kannst. Im Mittel verdienen Maßschenider in Deutschland 2.400 Euro brutto im Monat. 

Beim Maßschneidern kommt es nämlich vor allem auf den Betrieb an, in dem du angestellt bist. Du hast sehr viele Alternativen, wirst dich aber höchstwahrscheinlich nicht wegen des Gehalts, sondern eher wegen deiner jeweiligen Leidenschaft für einen Job entscheiden. Ein Hochzeitsfreak wird wohl kaum in einem Lederwarenladen glücklich ...

Solltest du in deinem Berufsleben auch mal eine Abteilungsleitung übernehmen wollen oder wenn spezielle Bereiche dich besonders faszinieren, kannst du dich weiterbilden. Für eine Spezialisierung kannst du eine sogenannte Anpassungsweiterbildung machen, in der du z. B. viel über Warenkunde oder eine bestimmte Richtung wie Brautmode lernst. Um beruflich voranzukommen, kannst du aber auch eine Aufstiegsweiterbildung machen, wobei sich besonders anbietet, Textilbetriebswirtin oder Technikerin der Fachrichtung Bekleidungstechnik zu werden. Dein Konto wird sich freuen, denn durch Weiterbildungen wird dein Gehalt als Maßschneiderin steigen, z. B. als Bekleidungstechnikerin kannst du dein Gehalt auf bis zu 5.500 Euro aufstocken.

Wie viel kann ich als Maßschneiderin später verdienen?

Um noch eine Stufe auf der Karriereleiter hochzuklettern, kannst du außerdem Meisterin werden und so in Zukunft selbst neue Maßschneiderinnen ausbilden. Das Gehalt als Maßschneidermeisterin beläuft sich auf etwa 3.300 bis 4.500 Euro brutto, dieser Schritt lohnt sich also auch finanziell. Übrigens brauchst du keinen Meistertitel, um dich selbstständig zumachen. Aber er kann bestimmt nicht schaden.

Ansonsten gibt es auch noch die Möglichkeit, ein Studium draufzusetzen. Wenn du Abitur hast, gibt es gar kein Problem, wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Je nach Bundesland oder Uni kannst du auch mit einer fertigen Ausbildung und eventuell etwas Berufserfahrung studieren. Es gibt einige Studiengänge, die besonders gut zu deiner Ausbildung passen. Da wären z. B. Textildesign, Modedesign, Bekleidungstechnik oder Textiltechnik. Dein Gehalt als Maßschneiderin mit Studium kommt auf den Titel an, den du an der Uni erreichst. Meist gilt: Je höher der Titel, desto besser die Bezahlung. Wobei es auch hier wieder auf die Region und die Branche ankommt. Als Modedesignerin mit Diplom verdienst du ca. 3.000 bis 5.800 Euro brutto im Monat. Wenn du Stardesigner wirst, steigt dein Gehalt natürlich entsprechend an.

Karriere

Welche Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Ausbildung zur Maßschneiderin

Mit der Gesellenprüfung beendest du deine Ausbildung und bist nun offiziell Maßschneiderin. Nun kannst du im Arbeitsleben durchstarten oder dich direkt weiterbilden.

Weiterbildung

Du kannst dich auf verschiedene Arten weiterbilden, beispielsweise zur Textilbetriebswirtin oder zur Technikerin der Fachrichtung Bekleidungstechnik. Dank dieser Weiterbildungen kannst du dann spezielle Funktionen, z. B. die Leitung einer Abteilung oder Bereiche wie die Kostümabteilung eines Theaters übernehmen.

Maßschneidermeisterin

Wenn du beruflich vorankommen möchtest, kannst du auch die Prüfung zur Maßschneidermeisterin ablegen. Durch den höheren Abschluss wirst du mehr verdienen und darfst auch selbst Maßschneiderinnen ausbilden.

Studium

Es gibt viele Studiengänge, die sich als Anknüpfungspunkt an die Maßschneiderinnenlehre anbieten, z. B. Textil- und Modedesign oder Bekleidungstechnik. Je nach Hochschule besteht oft die Möglichkeit, auch ohne Abitur zu studieren.

Selbstständigkeit

Um dich z. B. mit einer eigenen Schneiderwerkstatt selbstständig zu machen, brauchst du weder Studium noch Meistertitel oder langjährige Berufserfahrung. Trotzdem empfiehlt es sich, nicht direkt nach der Ausbildung die Selbstständigkeit anzustreben, sondern erst noch ein paar Erfahrungen zu sammeln und einen Kundenstamm aufzubauen.

Wusstest du schon, dass...
  • du nach nur 2 Jahren Ausbildungszeit schon Änderungsschneider bist? Erst das letzte Jahr, in dem du dich zwischen Damen- oder Herrenmode entscheiden musst, macht dich zum Maßschneider.
  • DIY (do it yourself) gerade wieder sehr angesagt ist und du mit Fachwissen in Sachen Nähen diesen Trend für dich nutzen kannst? z. B. indem du Nähkurse gibst, deinen eigenen Blog mit Nähtipps veröffentlichst o.ä.
  • Der Frauenanteil in dem Beruf 2024 bei 83,3 Prozent lag? Maßschneider/in ist einer der wenigen Berufe im Handwerk, bei denen die Frauenquote sehr hoch ist.

Bewerbung

Statt Fernsehen zu gucken vertiefst du dich in dein aktuelles Nähprojekt und vergisst dabei gerne auch mal die Zeit. Wenn du neue Klamotten siehst, überlegst du nicht wo man sie kaufen kann, sondern wie du sie nachnähen könntest. Mit der Ausbildung als Maßschneider kannst du dein Hobby zum Beruf machen und dein Geld damit verdienen. Entscheidest du dich dafür, Maßschneiderin zu werden, kannst du dich auf einen kreativen und abwechslungsreichen Job freuen, bei dem du viel mit Menschen zu tun hast. Der Weg dorthin beginnt mit der Bewerbung, in der du gerne deine Kreativität zeigen darfst.

Wie läuft die Bewerbung für eine Ausbildung als Maßschneider ab?

Abendkleider, Hochzeitsanzüge und Theaterkostüme, in deinem Beruf hast du oft mit aufregenden und wichtigen Veranstaltungen zu tun, bei denen nichts schiefgehen darf. Du solltest also sorgfältig arbeiten, zeig das auch in deiner Maßschneider Bewerbung! Zum Grundgerüst gehören, wie bei allen Bewerbungen, eine Mappe mit: deinem Lebenslauf, einem Foto, Zeugnissen und einem Anschreiben. Genauso wenig wie einer Braut am Altar die Naht reißen sollte, weil du nicht ordentlich genäht hast, sollte in deiner Bewerbung kein Rechtschreibfehler sein, weil du nicht ordentlich kontrolliert hast.

Am besten, du bittest jemanden oder auch mehrere Personen, deine Bewerbung für dich zur Kontrolle zu lesen, Flüchtigkeitsfehler passieren schnell und besonders, wenn man einen Text schon oft gelesen hat, übersieht man Fehler. Zu Beginn suchst dir am besten einen Betrieb und Ausbildung raus und erst dann verfasst du deine Bewerbung als Maßschneider, denn die Anforderungen unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Besonders bei künstlerischen Berufen kann es sein, dass die Betriebe sich mehr wünschen, als die Standardbewerbungen. Für die Bewerbung um die Ausbildung als Maßschneiderin, wünschen sie sich vielleicht Arbeitsproben. Hast du eigene Entwürfe die du beilegen kannst? Vielleicht musst du sogar eine bestimmte anfertigen, informier dich im Vorhinein darüber, denn der erste Eindruck zählt und du willst keine unvollständige Bewerbung abgeben.

Die äußere Erscheinung von deiner Mappe ist fast genauso wichtig wie deren Inhalt, denn hier kannst du deine Kreativität zeigen. Du darfst sie gerne auf dich und den Betrieb „maßschneidern“, überleg dir zum Beispiel ein Farbkonzept oder eine hübsche Illustration für den Rand. Je nach Größe der Schneiderei und Ausbildung, kann zu einer Maßschneider Bewerbung eine Aufahmeprüfung gehören, darauf solltest du dich vorbereiten

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Deine Bewerbung ist gut angekommen und sie haben dich zum Vorstellungsgespräch eingeladen- Glückwunsch! Jetzt heißt es das richtige Outfit zu finden, das ist sehr abhängig vom Betrieb. Beim Theater ist der Dresscode sicherlich lockerer als in einer Maßschneiderei für Abendkleidung. So oder so, auf jeden Fall legen die Menschen dort Wert auf Kleidung, denk bei deiner Outfit-Auswahl daran. Falls du sogar ein dazu passendes, selbstgenähtes Teil im Schrank hast, zieh es an oder bring es mit!

💌
Nichts dabei für dich?

Lass dich über neuen Stellen mit dem Jobletter benachrichtigen.

Für eine bessere Lesbarkeit kann es sein, dass nur eine Geschlechtsform verwendet wird, obwohl alle Geschlechter gemeint sind.