2 Bewertungen von Azubis

100%

Weiterempfehlung

Einblicke, Perspektiven und freie Stellen Ausbildung
Heilerziehungsassistent/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Heilerziehungsassistent/in
Grafik: Ausbildung Heilerziehungsassistent/in

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartSchulische Ausbildung
Empf. SchulabschlussMittlere Reife
Ausbildungsdauer2 Jahre
ArbeitszeitSchichtdienst (möglich)

Allgemeine Infos

Bunt und abwechslungsreich, mit den Menschen im Mittelpunkt – so sieht deine Arbeit als Heilerziehungsassistent aus. In diesem Beruf begleitest du den Alltag von Menschen mit Behinderungen, hilfst, wo es nötig ist, und unterstützt sie in ihrer Selbstständigkeit. Du setzt dich also intensiv mit dem Thema Inklusion auseinander. Die zweijährige Berufsausbildung setzt einen Hauptschulabschluss voraus und ermöglicht dir einen Einstieg in die Heilerziehungspflege. Den Realschulabschluss gibt es zum Ausbildungsabschluss gleich dazu.

Übrigens: Einen höherwertigen Berufsabschluss machst du mit der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Da sind die Voraussetzungen aber auch anspruchsvoller und die Ausbildung dauert bis zu drei Jahre.

Bild aus dem Text zu Heilerziehungsassistent/in

Wie läuft die Ausbildung als Heilerziehungsassistent ab?

Die Ausbildung dauert zwei Jahre und findet zur einen Hälfte in einer Fachschule und zur anderen Hälfte in einem Betrieb, beispielsweise in einem Pflegeheim oder einer Klink statt. In der Schule lernst du, welche körperlichen oder geistigen Behinderungen und welche psychischen Krankheiten es gibt – schließlich benötigst du für diesen Beruf gute medizinische Grundlagen. Da bei der Arbeit viel musiziert und gespielt wird, werden auch deine musikalischen und kreativen Fähigkeiten gefördert. Aber auch die organisatorischen Aufgaben, wie das schreiben einer Dokumentation, werden dir gezeigt.

Im praktischen Teil der Ausbildung kannst du das Gelernte anwenden. Du begleitest deine Kollegen bei der täglichen Arbeit und bekommst nach und nach eigene Aufgaben übertragen. Weil du bestimmt auch manchmal unsicher sein wirst, hast du immer einen Ansprechpartner an deiner Seite.

Was macht ein Heilerziehungsassistent?

Im Alltag zur Seite stehen: Ob die Zubereitung einer Mahlzeit, das tägliche Waschen und Ankleiden oder die Erledigung von Einkäufen – du übernimmst sämtliche Aufgaben des alltäglichen Lebens.

Die Grundpflege übernehmen:  Die sogenannte Grundpflege übernimmst du in der Heilerziehungsassistenz bei Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen. Dazu gehört beispielsweise die Hygiene und Ernährung.

Entwicklung dokumentieren: Du sammelst alle Informationen über die Entwicklung deiner Schützlinge, damit diese in einem Entwicklungsbericht festgehalten und dokumentiert werden können.

Hobbys fördern: Hobby- und Freizeitaktivitäten begleitest du und sorgst dabei für die nötige Unterstützung. Auch bei Festen und Veranstaltungen bist du dabei.

Angehörige unterstützen: In regelmäßigen Gesprächen informierst du die Angehörigen über den Entwicklungsstand und hilfst ihnen, selbst unterstützend aufzutreten.

Therapien begleiten: Therapeutische Maßnahmen begleitest du. Dazu gehören auch musische und soziale Übungen.

Inklusion vorantreiben: Die Inklusion ist ein großes Thema in der Heilerziehungspflege. Entsprechende Prozesse zu unterstützen, gehört daher auch zu deiner Ausbildung.

Wo kann ich als Heilerziehungsassistent arbeiten?

Es gibt verschiedene Orte, an denen du als Heilerziehungsassistentin arbeiten kannst. Da wären beispielsweise Pflegeheime, betreute Werkstätte oder Wohnanlagen. Ebenso kannst du in Fach- und Rehakliniken angestellt werden. Darüber hinaus benötigen viele Familien Unterstützung bei der Pflege ihrer Angehörigen, die du ihnen bieten kannst – zum Beispiel durch die Arbeit für einen ambulanten Pflegedienst. Da auch die Inklusion in immer mehr Schulen und Kindergärten umgesetzt wird, werden in diesem Bereich nach und nach neue Arbeitsplätze geschaffen.

Infobox: Was ist eigentlich Inklusion?

Wenn Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder Beeinträchtigungen nicht mehr getrennt zur Schule gehen, sondern in reguläre Schulen oder Kindergärten integriert werden, spricht man von Inklusion. Sie soll also Abgrenzung aufheben und dafür sorgen, dass sie am alltäglichen Leben teilhaben.

Wie sind die Arbeitszeiten als Heilerziehungsassistent?

Als Heilerziehungsassistent arbeitest du vorwiegend im Schichtdienst. Die Begründung ist einfach: Betreuung ist rund um die Uhr notwendig. Unterschieden wird zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht; eine Schicht ist in der Regel 8 bis 9 Stunden lang. Auch an Wochenenden sowie Sonn- und Feiertagen wird gearbeitet. Mindestens einen freien Tag hast du in der Woche, auch wenn dieser nicht immer auf ein Wochenende fällt. Jedes Wochenende musst du aber nicht arbeiten, so dass du auch deine Freizeit mit deinen Freunden genießen kannst.

Welche Arbeitskleidung tragen Heilerziehungsassistenten?

In Pflegeheimen wird dir deine Kleidung zur Verfügung gestellt. Sie besteht aus bequemen, oft weißen Hosen, Oberteilen und Schuhen. Die Kleidung ähnelt damit der von Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Altenpflegern. In manchen Bereichen kannst du auch Alltags- bzw. Freizeitkleidung tragen.

Was muss ich für ein Typ sein, um Heilerziehungsassistent zu werden?

Du kümmerst dich um die Menschen um dich herum, dabei bist du aufmerksam und liebevoll. Du findest außerdem immer die richtigen Worte für Patienten und Angehörige.

Du bist ein Entertainer: Du hast Spaß, wenn du unter Menschen bist, und kannst andere mitreißen. Damit sorgst du für Freude und Wohlbefinden. Du motiverst dazu, Neues auszuprobieren und den nächsten Schritt zu wagen.

Du bist fit: In der Pflege muss buchstäblich angepackt werden. Es sollte dir möglich sein, jemanden zu heben oder zu stützen. Natürlich lernst du Griffe, die dir deine Arbeit erleichtern und deinen Rücken schonen.

Welchen Schulabschluss benötige ich für die Ausbildung?

Vorausgesetzt wird ein Hauptschulabschluss. Das Gute: Mit der Ausbildung kannst du auch den mittleren Schulabschluss bewerben. Mit diesem könntest du dann die Ausbildung als Heilerziehungspfleger anschließen.

Gibt es noch andere Bezeichnungen für diesen Beruf?

Da die Ausbildung in jedem Bundesland ein kleines bisschen anders abläuft, gibt es auch beim Namen Unterschiede. Heilerziehungspflegehelfer oder Heilerziehungspflegeassistent sind zum Beispiel andere Bezeichnungen, die aber den gleichen Beruf beschreiben.

Du solltest Heilerziehungsassistent/in werden, wenn...
  1. du offen auf jeden Menschen zu gehst.
  2. es dir leicht fällt, Menschen zu unterhalten.
  3. du sensibel und empathisch bist.
Du solltest auf keinen Fall Heilerziehungsassistent/in werden, wenn...
  1. du oft unsicher bist, wie du dich verhalten sollst.
  2. auf Menschen einzugehen nicht deine Stärke ist
  3. du ungeduldig bist.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • die Grundpflege übernehmen.
  • Hobbys und Freizeitaktivitäten begleiten und fördern.
  • Angehörige beraten und unterstützen.
  • die Entwicklung dokumentieren.
  • die im Bereich Inklusion einsetzen.

Gehalt

Bei deiner Ausbildung als Heilerziehungsassistent hast du sowohl Einnahmen als auch Ausgaben. Die Schulen beispielsweise verlangen ein Schulgeld sowie Anmelde- und Prüfungsgebühren. Rund 70 bis 80 Euro im Monat solltest du hierfür einplanen. Eine Ausbildungsvergütung bekommst du im Gegenzug von deinem Praxispartner. Je nachdem, ob nach einem Tarifvertrag gezahlt wird oder das Gehalt verhandelt wird, kannst du zwischen 724 und 980 im ersten Ausbildungsjahr und zwischen 854 und 1.040 Euro im zweiten Ausbildungsjahr verdienen.

Wie viel kann ich als Heilerziehungsassistent später verdienen?

Auch nach deiner Ausbildung spielen die Tarife eine große Rolle, wenn es um dein Gehalt als Heilerziehungsassistent geht. In einer öffentlichen Einrichtung gilt in der Regel der TVöD, also der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, der die Höhe deiner Vergütung sowie Zuschläge für Überstunden oder Nachtschichten regelt. Nach einer zweijährigen Ausbildung wirst du in der Regel nach Entgeltgruppe 3 oder 4 vergütet. In Zahlen bedeutet dies, dass dein Einstiegsgehalt zwischen 1.900 bis 2.200 Euro brutto liegt. Hier sind Zuschläge allerdings noch nicht mit inbegriffen, durch Überstunden oder Nachtschichten wird dein Gehalt also noch aufgestockt. Mit der Berufserfahrung steigt dein Gehalt automatisch an, so sind kannst du bis zu 3.400 Euro brutto (ohne Zuschläge) verdienen.

Wirst du nicht nach einem Tarif vergütet, dann kann dein Gehalt teils stark von diesen Angaben abweichen. Löhne zwischen 1700 und 2000 Euro sind im nichttariflichen Bereich der Durchschnitt.

Setzt du nach deiner Ausbildung noch einen drauf und lässt dich zum Heilerziehungspfleger ausbilden, dann kann sich dies auch positiv auf dein Gehalt auswirken. Bis zu 3000 Euro brutto plus Aufschläge kannst du in diesem Fall verdienen.

Karriere

Wie sind die Zukunftsaussichten als Heilerziehungsassistent?

Die Pflege ist ein Bereich, in dem du tolle Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg hast. Fachkräfte werden dringend gesucht und auch an Aufstiegschancen fehlt es nicht.

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Ausbildung zum Heilerziehungspfleger

Mit deiner Ausbildung als Heilerziehungsassistent erwirbst du gleichzeitig den mittleren Schulabschluss. Möchtest du deinen Einsatzbereich erweitern und im Beruf mehr Verantwortung tragen, bist du berechtigt, die Ausbildung als Heilerziehungspfleger zu machen. Deine Aufgaben sind ähnlich, allerdings kannst du leitende Aufgaben übernehmen und deutlich mehr Verantwortung tragen.

Weiterbildungen

In der Heilerziehungspflege hast du die Möglichkeit, dich zu spezialisieren. Zum Beispiel auf musikalisches Arbeiten, Ergotherapie, Elternberatung oder Sport.

Fach- und Betriebswirt im Sozial- und Gesundheitswesen

Die Weiterbildung als Fach- und Betriebswirt im Sozial- und Gesundheitswesen ist für diejenigen das Richtige, die an betriebswirtschaftlichen Abläufen großes Interesse haben. Du lernst, wie eine Einrichtung geleitet wird, Dienstpläne erstellt und Kosten berechnet werden. Diese Weiterbildung kannst du berufsbegleitend machen und benötigst dafür ein bis zwei Jahre.

Studium

Nach mehreren Jahren Berufserfahrung bist du an vielen Unis berechtigt, ein fachgebundenes Studium zu machen. Das wäre zum Beispiel Sozialpädagogik, Soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaft.

Wusstest du schon, dass...
  • du am Ende der Ausbildung nicht nur den Ausbildungsabschluss erwirbst, sondern auch den mittleren Schulabschluss?
  • die Gebärdensprache unterschiedliche Dialekte hat?
  • es Hinweise darauf gibt, dass es schon im Spätmittelalter Blindenführhunde gab?

Bewerbung

Du brauchst noch einen Ratschlag für deine Bewerbung als Heilerziehungsassistent? Wir erklären dir, wie eine gute Bewerbung aufgebaut ist, welche Dokumente du benötigst und wie du garantiert punkten kannst.

Was sind die Voraussetzungen für die Bewerbung als Heilerziehungsassistent?

Um Heilerziehungsassistent werden zu dürfen, benötigst du den Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss; außerdem ein ärztliches Attest, das aussagt, dass du dich gesundheitlich für diesen Beruf eignest.

Welche Besonderheiten gibt es bei Anschreiben und Lebenslauf?

Da du sowohl einen schulischen Ausbildungsplatz als auch einen Praxisplatz benötigst, schreibst du gleich zwei Bewerbungen.

Die eine Bewerbung geht an eine Berufsfachschule, die die Ausbildung anbietet. Sie sollte die erste Bewerbung sein, du die raussendest. Denn die Schulen sind oft bereit, dir bei der Suche des Praxispartners zu helfen oder dich zu vermitteln.

Die zweite Bewerbung geht dann an den Praxispartner, in der Regel ist dies eine Wohn- oder Pflegeanlage für Menschen mit Behinderung.

Was gehört in die Bewerbung?

·         Anschreiben

·         tabellarischer Lebenslauf

·         beglaubigte Geburtsurkunde

·         beglaubigte Kopie des Schulabschlusszeugnisses

·         falls vorhanden: sonstige schulische und berufliche Abschlusszeugnisse

·         ärztliches Zeugnis (von deinem Hausarzt)

Was könnte in der Bewerbung ein Vorteil sein?

Du hast dir bestimmt lange überlegt, warum du Heilerziehungsassistent werden möchtest. Hast du vielleicht ein Praktikum in einer sozialen Einrichtung gemacht oder ein Familienmitglied gepflegt? Dann schreib dies in deine Bewerbung. Denn so zeigst du, dass du dich toll für den Beruf eignest und schon klare Vorstellungen von deinem Alltag hast.

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Im Berufsleben ist deine Arbeitskleidung oft vorgegeben, beim Vorstellungsgespräch bist du auf dich gestellt. Setzte auf Kleidung, die etwas schicker ist als die, die du im normalen Alltag tragen würdest. Übertreiben brauchst du aber nicht. Eine dunkle Hose oder eine Jeans ohne starke Waschungen, dazu eine Bluse, die gerne farbig sein darf, oder ein Pulli sind eine gute Wahl.

💌
Nichts dabei für dich?

Lass dich über neuen Stellen mit dem Jobletter benachrichtigen.

Für eine bessere Lesbarkeit kann es sein, dass nur eine Geschlechtsform verwendet wird, obwohl alle Geschlechter gemeint sind.