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„Herzlichen Glückwunsch – Sie sind schwanger!“ Mit diesen Worten beginnt für die meisten Frauen oder Paare ein völlig neuer Lebensabschnitt. Als Hebamme begleitest du werdende Mütter und Familien durch die komplette Schwangerschaft, von ersten Vorbereitungskursen über die Geburt selbst bis hin zum Wochenbett und auch noch darüber hinaus. Du berätst werdende Eltern zu allen nun aufkommenden Fragen, betreust Geburten selbstständig und hast immer ein wachsames Auge auf den gesundheitlichen Zustand von Mutter und Kind. Wie du das alles meisterst, das lernst du im dualen Studium Hebammenkunde. Übrigens: Der duale Studiengang ersetzt zukünftig – genau genommen ab 2026 – komplett die klassische Ausbildung zur Hebamme.

Duales Studium ersetzt Ausbildung – Was hat sich an der Hebammenausbildung geändert?
Im Jahr 2020 hat der Bundesrat das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung gebilligt. Das bedeutet: Das duale Studium ersetzt seitdem die Ausbildung an einer Hebammenschule. Der Beruf wurde also akademisiert. Die Ausbildung wird stärker wissenschaftlich ausgerichtet, auch weil das Aufgabenprofil immer komplexer geworden ist. Zudem wird sie international vergleichbarer und man leichter auch im EU-Ausland einen Job finden.
Deutschland ist das letzte EU-Land, das die Akademisierung der Hebammenausbildung umsetzt. Man kann hier zwar schon seit ein paar Jahren den dualen Studiengang Angewandte Hebammenwissenschaft oder Hebammenkunde absolvieren. Erst relativ spät wurde aber die komplette Umstellung von fachschulischer zur hochschulischen Ausbildung beschlossen. Mit der Reform ist übrigens auch die Berufsbezeichnung Entbindungspfleger weggefallen für Jungen und Männer, die diese Ausbildung machen. Nun heißen alle Absolventen Hebamme.
Übrigens: Wer noch in der "normalen" Hebammenausbildung steckt, kann diese noch bis 2026 abschließen.
Was macht man nach dem dualen Studium Hebamme?
Nach dem dualen Studium Hebammenkunde wirst du zu einer der engsten Vertrauten der werdenden Mutter – vor und nach der Schwangrschaft. Hebammen beziehungsweise Entbindungspfleger sind nämlich längst nicht nur dafür da, bei einer Geburt die werdende Mutter zu unterstützen. In erster Linie passt du auf, dass Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt gesund bleiben. Dafür achtest du zum Beispiel darauf, dass es zu keinen negativen gesundheitlichen oder körperlichen Veränderungen kommt, misst den Blutdruck oder überwachst Wachstum und Größe des Ungeborenen.
Daneben spielt die Beratung eine große Rolle: Ob über mögliche Geburtenarten, den Umgang mit Säuglingen oder finanzielle Hilfe vom Staat – du stehst den werdenden Eltern bei allen Fragen rund ums Papa- und Mama-Werden zur Seite. Auch Geburtsvorbereitungskurse für Alleinerziehende oder Paare bietest du an.
Deine größte Herausforderung nach dem dualen Studium Hebammenkunde wartet aber natürlich mit der Geburt auf dich. Du sorgst dafür, dass eine werdende Mutter sich zwischen den Wehen entspannt und richtig atmet, dokumentierst den Verlauf der gesamten Geburt und achtest darauf, dass alles ohne Komplikationen vonstattengeht. Weil es dem Baby dabei herzlich egal ist, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit es seinen großen Auftritt hat, bist du häufig auch in der Nacht oder am Wochenende im Einsatz. Ist das Kleine auf der Welt, überwachst du zum Beispiel die Gebärmutterrückbildung oder passt auf, dass eine Kaiserschnittnaht richtig verheilt.
Das duale Studium Hebammenkunde bringt einige Vorteile mit: So besteht es zum Beispiel zu gleichen Teilen aus Theorie und Praxis. Die Hälfte der Zeit lernst du an einer Hochschule wichtige Grundlagen über die praktische Geburtshilfe und setzt dich mit den neuesten Erkenntnissen aus der Forschung auseinander. Daneben nimmst du dort aber auch an Praxisprojekten teil, zum Beispiel Rollenspiele oder Kommunikationstrainings. Die übrige Zeit verbringst du im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation in einem Krankenhaus, in hebammengeleiteten Praxen und Geburtshäusern oder auf Schwangerenstationen, wo du das Gelernte dann in die Tat umsetzt.
Hast du das duale Studium Hebammenkunde erfolgreich gemeistert, darfst du dich gleich über zwei Abschlüsse freuen: Die abgeschlossene Berufsausbildung und den Bachelor of Science. So kannst du dich frei entscheiden, ob du dich anschließend als Hebamme selbstständig machst, ob du in einer Klinik oder einer anderen Einrichtung arbeiten möchtest oder ob du dich vielleicht lieber für eine wissenschaftliche Karriere entscheidest. Wie die aussehen könnte, erfährst du im Karrierebereich.
Um dich für das duale Studium Hebammenkunde bewerben zu können, brauchst du zum einen das Abitur oder die Fachhochschulreife. Außerdem musst du einen Ausbildungsvertrag von einer Einrichtung vorweisen, die den ausbildenden Teil im dualen Studium Hebammenkunde übernimmt, also eben Kliniken, Praxen oder Geburtshäuser. Daneben musst du ein mehrwöchiges Vorpraktikum absolvieren und darfst nicht an ansteckenden Krankheiten leiden, was du mit einem Gesundheitszeugnis nachweist.
Hast du bereits eine Ausbildung zur Pflegefachkraft abgeschlossen, kannst du auch ohne Abitur Hebammenkunde studieren. Weil du ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu den angehenden Eltern hast und einer ihrer wichtigsten Ansprechpartner wirst, solltest du außerdem einen ganzen Haufen Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen. Du musst beraten, beruhigen und hin und wieder auch selbst für große Kinder Mama oder Papa spielen. Denn auch Erwachsene sind nur große Kinder und wenn sie Angst bekommen, müssen sie mindestens genauso beruhigt und besänftigt werden wie ein Neugeborenes.
- du einfühlsam, verständnisvoll und verantwortungsbewusst bist.
- dich auch das größte Chaos nicht aus der Ruhe bringen kann.
- du nach der Ausbildung vielleicht in der Schwangerschaftsforschung arbeiten möchtest.
- du unter Stress schnell hektisch wirst.
- Babys für dich nur schreiende und kleckernde Nervensägen sind.
- du nachts und am Wochenende nicht aus den Federn kommst.
- Geburten durchführen.
- gesundheitliche Veränderungen bei Schwangeren, Ungeborenen und Neugeborenen erkennen und bewerten.
- Untersuchungen und Maßnahmen vor, während und nach der Geburt durchführen.
- werdende Mütter oder Eltern zu allen Themen rund um Schwangerschaft und Kind beraten.
- die neuesten Forschungserkenntnisse überblicken und nutzen.
Gehalt
Einer der großen Vorteile des dualen Studiums ist, dass du die ganze Zeit über ein Ausbildungsgehalt bekommst. Während andere Studenten sich mit BAföG oder Nebenjobs herumplagen, hast du dein festes Einkommen sicher. Häufig übernimmt dein Ausbildungsbetrieb sogar noch die Studiengebühren und anfallende Kosten für Unterrichtsmaterialien.
Wie viel du im dualen Studium Hebammenkunde verdienst, ist allerdings stark davon abhängig, wo du den praktischen Teil deiner Ausbildung machst. Du kannst nämlich sowohl bei Einrichtungen mit öffentlichen Trägern arbeiten, zum Beispiel kommunalen Krankenhäusern, und dort einen Tarifvertrag bekommen, als auch bei privaten Einrichtungen, die selbst entscheiden, wie viel sie dir zahlen.
Wie viel verdiene ich während des dualen Studium Hebamme?
Absolvierts du dein Studium Hebammenwissenschaft im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, zum Beispiel in einem kommunalen Krankenhaus, verdienst du während des gesamten Studiums gleich viel: nämlich 1.515 Euro. Es gibt nämlich einen eigene Tarifvertrag für Studierende in einem dualen Hebammenstudium im kommunalen öffentlichen Dienst – den TVHöD.
Es kann auch sein, dass du nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes-Besonderer Teil-Pflege (TVAöD-BT-Pflege) bezahlt wirst. Im ersten Jahr liegt dein Gehalt im dualen Studium Hebammenkunde dann bei 1.341 Euro brutto monatlich. Im zweiten Jahr des dualen Studiums steigt dein Gehalt auf 1.402 Euro und im dritten Jahr erhälst du 1.503 Euro im Monat.
In einer privaten Einrichtung oder in einer Einrichtig in kirchlicher Trägerschaft kann dein Gehalt geringer ausfallen.
Wie ist das Einstiegsgehalt nach dem dualen Studium Hebammenwissenschaft?
Auch dein Einstiegsgehalt nach dem dualen Studium Hebammenkunde ist abhängig davon, wo du arbeitest. Im öffentlichen Dienst sind am Anfang rund 3.000 Euro brutto monatlich möglich. Da du als Hebamme aber oft selbstständig bist, ist es gar nicht so einfach, zuverlässige Angaben zum Gehalt zu treffen.
Im Laufe der Jahre steigt dein Gehalt nach dem dualen Studium Hebammenkunde jedenfalls weiter an. Arbeitest du im öffentlichen Dienst, landest du unter Umständen in der Entgeltgruppe E9 und kannst zwischen 3.500 und 5.200 Euro brutto im Monat verdienen. Dafür solltest du allerdings eine leitende Position übernommen haben, zum Beispiel in einem Geburtshaus.
Doch auch in einer niedrigeren Entgeltgruppe und außerhalb des öffentlichen Dienstes sind zwischen 3.000 und 3.600 Euro im Monat möglich. Denk aber daran, dass das alles Bruttozahlen sind. Das heißt, dass davon noch ein bisschen was für Steuern und Versicherungen abgezogen wird.
Das mittlere Einkommen von Hebammen liegt in Deutschland bei 4.000 Euro brutto.
Wie viel verdient eine selbstständige Hebamme?
Da ist ja noch die Möglichkeit der Selbstständigkeit. Als selbstständige Hebamme bist du im Grunde selbst für dein Einkommen verantwortlich: Je mehr Geburten du betreust, je mehr Kurse du leitest und Mütter begleitest, umso mehr Gehalt nach dem dualen Studium Hebammenkunde verdienst du.
Allerdings gehört an diese Stelle ein großes Aber: Als selbstständige Hebamme beziehungsweise selbstständiger Entbindungspfleger musst du dich nicht nur selbst krankenversichern, sondern auch eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Logisch, denn du trägst in deinem Beruf so viel Verantwortung, dass du gut abgesichert sein musst, falls mal etwas schiefgeht.
Dementsprechend hoch sind aber auch die Versicherungsprämien, mittlerweile musst du dafür über 5.000 Euro pro Jahr zahlen. Das ist alles andere als von schlechten Eltern und der Grund, warum die Zahl der selbstständigen Hebammen und Entbindungspfleger jährlich sinkt. Der Schritt in die Selbstständigkeit sollte also sehr gut überlegt sein.
Karriere
Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?
Duales Studium Hebammenkunde
Nach dem dualen Studium Hebammenkunde darfst du dich sowohl über deine abgeschlossene Ausbildung als auch über den Bachelor freuen. Damit steht es dir offen, ob du in Kliniken, Praxen, Geburtshäusern und ähnlichen Einrichtungen Mütter oder Familien durch die Schwangerschaft begleitest, oder ob du dich vielleicht für eine wissenschaftliche Karriere entscheidest.
Weiterbildungen
Nach der Ausbildung kannst und solltest du auch an einigen Fortbildungen teilnehmen. Zum einen, ob wichtige Zusatzqualifikationen zu bekommen und so dein Fachwissen zu erweitern, aber auch, um immer auf dem neuesten Stand der Forschung zu bleiben. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Fachfortbildung zum Thema Kinderheilkunde oder Akupunkturanwendung. Solche Weiterbildungen dauern meist einige Monate und kosten mehrere hundert Euro. Arbeitest du als Angestellte, stehen die Chancen aber gut, dass dein Arbeitgeber die Kosten übernimmt.
Weiterführendes Studium
Hast du noch nicht genug vom Hochschulalltag, dann muss für dich nach dem Bachelorabschluss noch nicht Schluss sein. Dir steht natürlich auch die Möglichkeit offen, ein weiterführendes Studium anzugehen. So kannst du zum Beispiel noch den Master in Hebammenkunde anhängen. Damit stehen deine Chancen auf eine Führungsposition und ein höheres Gehalt noch einmal deutlich besser. Auch das Masterstudium wird berufsbegleitend angeboten, so dass du weiterhin neben der Uni arbeiten kannst.
Selbstständigkeit
Nach dem dualen Studium Hebammenkunde kannst du als Hebamme oder Entbindungshelfer auch freiberuflich arbeiten. So besuchst du werdende Mütter in ihrem Zuhause oder führst dort sogar Geburten durch. Du könntest dich aber auch mit einem eigenen Geburtshaus niederlassen oder mit anderen Kolleginnen oder Kollegen eine Gemeinschaftseinrichtung eröffnen. Die Beiträge für die Haftpflichtversicherung, die alle selbstständigen Hebammen zahlen müssen, sind mittlerweile allerdings so hoch, dass immer mehr Freiberufliche zurück in eine Festanstellung gehen. Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Gehaltstext.
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Bewerbung
Warum sollte ich mich für das duale Studium Hebammenkunde entscheiden?
Du magst Babys? Check! Du bist verantwortungsvoll? Check! Du behältst auch in brenzligen Situationen die Ruhe, möchtest Müttern oder ganzen Familien durch die Schwangerschaft helfen und obendrein die vielen Vorteile eines Dualen Studiums genießen? Check, check und nochmal check! Spitze, dann geht es für dich jetzt nur noch darum, dich bei einer passenden Ausbildungsstelle und einer Hochschule zu bewerben. Wir haben alle wichtigen Infos und Tipps gesammelt, damit die Bewerbung zum Dualen Studium Hebammenkunde für dich zu keiner schweren Geburt wird.
Wie läuft das Bewerbungsverfahren für das duale Studium Hebammenwissenschaften ab?
Deine Bewerbung zum dualen Studium Hebammenmanagement läuft in der Regel online über die Internetseiten der entsprechenden Hochschulen ab. Viele Hochschulen bieten den Studiengang nur im Wintersemester an, weswegen du dich immer bis zum Sommer angemeldet haben musst. Du wirst dann mit wenigen Klicks durch alle Felder geführt, die du ausführen musst. Dort gibst du zum Beispiel deine ganzen Kontaktdaten ein, findest aber auch Platz, um ein schönes Anschreiben unterzubringen. Außerdem kannst du dort alle deine wichtigen Unterlagen wie deinen Lebenslauf als PDF-Anhang hochladen.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Bei der Bewerbung zum dualen Studium Hebammenkunde musst du zum einen nachweisen, dass du die formalen Anforderungen erfüllst, zum anderen aber auch, dass du charakterlich und menschlich den Anforderungen gewachsen bist. Du solltest zum Beispiel das nötige Maß an Verantwortungsbewusstsein mitbringen und in hektischen Situationen ruhig, freundlich und verständnisvoll bleiben.
Zu den formalen Voraussetzungen gehört zum Beispiel das Abitur oder die Fachhochschulreife. Allerdings hast du auch ohne (Fach-)Abi die Möglichkeit, eine Bewerbung zum Dualen Studium Hebammenkunde einzureichen. Dann musst du allerdings schon eine Ausbildung zur Pflegefachfrau abgeschlossen und meistens auch ein paar Jahre in dem Beruf gearbeitet haben.
Deinen Schulabschluss oder deine abgeschlossene Berufsausbildung weist du mit den passenden Zeugnissen nach. Hast du keine Berufserfahrung, sondern nur das Abitur, dann gehört auch ein vier- bis sechswöchiges Vorpraktikum zu den nötigen Unterlagen für die Bewerbung zum dualen Studium Hebammenkunde. Hast du den Bundesfreiwilligendienst geleistet oder ein freiwilliges soziales Jahr gemacht, so wird dir das meistens als Vorpraktikum angerechnet. Au-pair-Tätigkeiten zählen hier aber leider nicht. Außerdem möchte man auch ein Gesundheitszeugnis von dir sehen, damit sicher ist, dass du an keiner ansteckenden oder Suchtkrankheit leidest.
Wenn es bei deiner Bewerbung zum dualen Studium Hebammenkunde zu einem Vorstellungsgespräch kommt, dann solltest du unbedingt darauf achten, in gepflegten und sauberen Klamotten zu erscheinen. Im späteren Job arbeitest du vor allem in klinischen Räumen, in denen Hygiene das oberste Gebot ist und Säuglinge sind besonders anfällig für Keime. Achte also auf saubere Schuhe, Hosen und Oberteile. Auch deine Haare und Fingernägel solltest du vorher nochmal unter die Lupe nehmen. Oder würdest du dein Baby in schmutzige Hände geben?
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