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Brauer/in und Mälzer/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Brauer/in und Mälzer/in
Grafik: Ausbildung Brauer/in und Mälzer/in

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartKlassische duale Berufsausbildung
Empf. SchulabschlussMittlere Reife
Ausbildungsdauer3 Jahre
ArbeitszeitWerktags

Allgemeine Infos

In der Regel ist es DAS Kultgetränk, mit welchem Deutschland in fast jedem anderen Land in Verbindung gebracht wird: Das gute deutsche Bier. Auch du durftest schon in den Genuss kommen und bist fasziniert davon, wie viele verschiedene Arten es doch tatsächlich gibt und wie intensiv der Geschmack ist? Deutschland ist bekannt für seine vielen Brauereien und du würdest gerne Teil dieser Welt werden? Dann mach eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer. Hier lernst du den Brauereialltag kennen und erfährst, wo das gute Bier überhaupt herkommt. Welche Zutaten sind wichtig, um den idealen Geschmack zu treffen, wie werden die einzelnen Stoffe verarbeitet und wie schaffen die Hersteller es, dass ihr Bier immer gleich schmeckt? All diese Dinge und vielleicht auch das ein oder andere Geheimrezept lernst du in einer Ausbildung zum Brauer und Mälzer.

Info: Die Ausbildungsordnung wurde erneuert. Die neue Ordnung gilt seit August 2021. Bisher war das Prüfungsfach Getränkeschankanlagen ein sogenanntes Sperrfach. Das bedeutet, dass du dieses Fach bestehen musst, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werde. Das ist jetzt nicht mehr so. In der Neustrukturierung wurde auch festgelegt, dass die Gesellen- und Abschlussprüfung gestreckt werden kann und die Zwischenprüfung wegfällt.

Bild aus dem Text zu Brauer/in und Mälzer/in

Was macht ein Brauer und Mälzer?

Eigentlich ist es ganz einfach den Beruf des Brauers zusammenzufassen: Du stellst Bier her. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn hinter dieser Produktion stecken eine Menge Schritte, die alle mit Bedacht durchgeführt werden müssen. Als Erstes wirst du lernen, wie du Malz herstellst, denn Malz ist neben Hefe eines der wichtigsten Stoffe im Bier. Außerdem gibt es seit dem 20. Jahrhundert das sogenannte Reinheitsgebot, welches besagt, dass Bier nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser enthalten soll. Doch wie schaffen es dann die einzelnen Hersteller, dass die Biere alle so unterschiedlich schmecken, obwohl scheinbar überall das Gleiche drin ist? Das ist das Geheimnis, welches du während deiner Ausbildung als Brauer und Mälzer erfahren wirst. Je nach Brauerei wirst du vielleicht sogar die Geheimrezeptur deines ganz persönlichen Lieblingsbieres erfahren.

Was lerne ich in der Ausbildung zum Brauer und Mälzer?

Zunächst einmal werden ein paar Grundtätigkeiten auf deinem Lehrplan stehen. Um Bier zu brauen, musst du zunächst Malz mit Wasser ansetzen und danach die festen von den flüssigen Teilen trennen – diesen Vorgang nennt man in der Bierbrauerei auch „die Maische läutern“. Wenn du das gemacht hast, lernst du wie du die Würze kochst, Hopfenextrakte zusetzt und diese dann gären lässt. Eigentlich ein simpler Vorgang, der in jeder Bierbrauerei gleich ist. Am Ende filterst du das Bier und füllst es in Flaschen, Fässer oder Dosen – wobei diese Aufgabe in der Regel eine Maschine für dich übernimmt, ansonsten würde es bei dem heutigen Bierkonsum etwas zu lange dauern, die zahlreichen Flaschen per Hand zu befüllen.

Aber nicht nur pures Bier stellst du her. In deiner Ausbildung zum Brauer lernst du auch wie du Biermischgetränke und alkoholfreie Getränke herstellst. Auch hier sind die Vorgänge meist automatisiert, trotzdem bist du wichtiger Bestandteil der Produktion, denn du musst die Maschinen bedienen und sie überwachen. Und damit das Bier auch immer rein ist, gehört auch die Reinigung der Maschinen und Anlagen zu deinen Tätigkeiten.

Wo arbeite ich als Brauer und Mälzer?

Je nachdem in welcher Brauerei du deine Ausbildung machst, darfst du vielleicht sogar das ein oder andere Mal auch ein Feierabendbier genießen. Um dem gesamten Prozess des Bierbrauens nahe zu kommen, bist du aber nicht nur in der Brauerei tätig. Du wirst in deiner Ausbildung zum Brauer und Mälzer deine Zeit auch in Sudhäusern und Gärkellern, in Abfüllhallen oder Keimstraßen verbringen. Und Mess- und Prüfergebnisse wertest du grundsätzlich in einem Büro aus.

Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

Ein mittlerer Bildungsabschluss ist in der Regel die einzige wichtige Voraussetzung , die du mitbringen solltest. Selbstverständlich gibt es ein paar Eigenschaften, die dir nicht fehlen sollten. Zum einen hat Sorgfalt höchste Priorität, um die Rezepturen genauestens einzuhalten und den Brauprozess zu überwachen. Denn was würdest du davon halten, wenn du dir dein Lieblingsgetränk kaufst und dieses auf einmal ganz anders schmeckt, weil ein Mitarbeiter in der Produktion zuviel Zucker verwendet hat? Das bedeutet: Das Bier ist nur so gut wie die Menschen, die es herstellen. Zum anderen sollte auch Mathematik nicht gerade dein Hassfach gewesen sein. Denn häufig musst du auch Rezepturen umrechnen oder Berechnungen zur Gärung durchführen. Erfüllst du diese Voraussetzungen, dann steht deiner Ausbildung zum Brauer nichts mehr im Weg.

Du solltest Brauer/in und Mälzer/in werden, wenn...
  1. du Zuhause schon deine eigene Bierbrau-Anlage stehen hast.
  2. du ein Altbier von einem Kölsch unterscheiden kannst.
  3. du gerne an großen Maschinen arbeiten möchtest.
Du solltest auf keinen Fall Brauer/in und Mälzer/in werden, wenn...
  1. du den Geruch von Bier nicht länger als eine halbe Stunde ertragen kannst.
  2. du lieber gemütlich am Schreibtisch arbeiten willst.
  3. jedes Bier für dich gleich schmeckt.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • „die Maische läutern“.
  • Biersorten geschmacklich unterscheiden.
  • Bier nach deutschem Reinheitsgebot brauen.
  • einen gesamten Brauprozess steuern und überwachen.
  • Gerste, Weizen und Hopfen nach Qualität beurteilen.
  • Malz bereiten.
  • Kenntnisse in den Bereichen Umweltschutz und Hygiene vorweisen.

Gehalt

Was verdient man als Brauer und Mälzer?

Raus aus der Schule – rein ins Arbeitsleben. Was bedeutet das eigentlich? Neben der Umstellung, dass man keine Freistunden zwischendurch hat, der Lehrer mal krank ist und man den ganzen Tag arbeiten muss, bedeutet es vor allem eins: Man bekommt Geld, für das, was man macht. Und in einer Ausbildung zum Brauer und Mälzer verdienst du auch schon gutes Geld, denn du bewegst dich mit deinem Ausbildungsgehalt bereits im mittleren Feld. Wir verraten dir, was du während und nach deiner Ausbildung als Brauer für ein Gehalt erwarten kannst und ob du dir vielleicht sogar eine eigene kleine Wohnung zulegen kannst.

Wie hoch ist das Gehalt während der Ausbildung?

Dein Ausbildungsgehalt ist jährlich gestaffelt, das heißt, dein Verdienst erhöht sich von Jahr zu Jahr. Im ersten Ausbildungsjahr bekommst du in der Regel zwischen 782 und 1.042 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr kannst du bereits ein Gehalt zwischen 879 und 1.176 Euro brutto erwarten und im dritten Ausbildungsjahr zwischen 962 und 1.372 Euro. Nicht zuletzt kommt dein hohes Gehalt dadurch zustande, weil Bier zum wichtigsten Bestandteil der deutschen Lebensmittelindustrie gehört. Als Bierbrauer bist du nicht nur gefragt, du hast auch gute Karrierechancen und Aussichten auf eine positive Zukunft.

Natürlich können die Gehälter in deiner Ausbildung zum Brauer und Mälzer variieren, denn schließlich hängt es auch davon ab, in welchem Betrieb und für welchen Hersteller du arbeiten wirst. Da spielen viele Faktoren eine Rolle, die sich auch nach deiner Ausbildung auf dein Gehalt als Brauer auswirken können.

Was verdient ein Brauer und Mälzer nach der Ausbildung?

Auch dein Gehalt nach der Ausbildung hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel deiner Berufserfahrung, der Größe deines Betriebs und der Region. Als fertiger Brauer und Mälzer kannst du mit einem Gehalt zwischen 2.800 und 4.400 Euro brutto rechnen.

Wie viel kann ich als Brauer und Mälzer später verdienen?

Es wirken sich also viele Rahmenbedingungen auf dein Gehalt aus. Da wären beispielsweise dein Alter und die damit verbundene Berufserfahrung. Die Höhe deines Gehalts wird aber auch bestimmt durch die Ausbildung und die Tätigkeit in der Branche. Mit einer Weiterbildung oder vielleicht sogar einem Studium hast du bessere Chancen auf ein gutes Gehalt. Aber auch die Betriebsgröße und das Arbeitspensum, das heißt wie viele Stunden beträgt deine Arbeitswoche, sind Faktoren, die auf dein Gehalt einwirken.

Bist du erstmal ein paar Jahre im Beruf und kannst Berufserfahrungen vorweisen, dann steht dir ein Durchschnittgehalt zwischen 2500 und 2800 Euro zu. Maximale Gehälter liegen bei 3200 Euro in Rheinland-Pfalz und sogar knapp 6000 Euro in Nordrhein-Westfalen, jedoch sollte man hier ganz klar bedenken, dass ein solches Gehalt auch eine gewisse Führungsposition voraussetzt. Diese kannst du erlangen, indem du dich weiterbildest und beispielsweise deinen Meister machst oder den Betriebsbraumeister. Dann übernimmst du Fach- und Führungsaufgaben und trägst somit eine viel höhere Verantwortung, dir aber auch ein höheres Einkommen beschert.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Ausbildung zum Brauer und Mälzer

Prost! Hast du deine Abschlussprüfung erfolgreich bestanden, darfst du dich nun offiziell Brauer und Mälzer nennen.

Brauer- und Mälzermeister

Hast du nach deiner Ausbildung noch nicht genug gelernt, dann solltest du die Gelegenheit nutzen und dir noch den Meistertitel holen. Als Brauermeister übernimmst du Fach- und Führungsaufgaben v.a. in handwerklichen Brauereibetrieben.

Betriebsbraumeister

Du kannst auch eine Weiterbildung zum Betriebsbraumeister machen. Hier übernimmst du ebenfalls Fach- und Führungsaufgaben, überwachst zusätzlich aber alle Stufen des Brauprozesses sowie die Maschinen und technischen Anlagen.

Getränkebetriebsmeister

Wenn du genug von der Brauerei hast, bietet sich die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Getränkebetriebsmeister zu machen. Hier übernimmst du Aufgaben in Betrieben der Herstellung von Getränken aus Obst, Fruchtsaftkonzentraten und Wasser. Auch Führungsaufgaben werden dir in dieser Position überschrieben.

Techniker für Betriebswirtschaft

Mit einer Weiterbildung zum Techniker für Betriebswirtschaft erwirbst du betriebswirtschaftliche Kenntnisse, die es ermöglichen, Entscheidungen und Handlungen betriebswirtschaftlich fundierter zu beurteilen. Mit dieser Weiterbildung machst du nicht nur einen großen Karrieresprung, du kannst mit diesen Kenntnissen auch in anderen Unternehmen aktiv werden.

Studium

Möchtest du noch ein Studium aufnehmen, so bieten sich die Studiengänge Brauerei- und Brennereitechnologie an oder aber auch Nahrungsmittel- und Getränketechnologie. So bleibt dir offen, ob du am Ende wirklich in der Bierbrauindustrie bleibst.

Selbstständigkeit

Mit dem Meistertitel und natürlich dem nötigen betriebswirtschaftlichem Know-How kannst du deinen eigenen Betrieb gründen oder in einem anderen Betrieb Führungsaufgaben übernehmen.

Wusstest du schon, dass...
  • „Weißbier“ seinen Namen nicht von der Farbe her hat? Der Name kommt daher, weil es nicht aus Gerste, sondern aus Weizen gebraut wird und deshalb heißt es eigentlich auch „Weizenbier“.
  • „Spezi“ ursprünglich der Name eines Bieres war und erst später zur Limo wurde?
  • für Bierwerbungen dem Bier Spüli hinzugefügt wird, damit es mehr schäumt?
  • die US-Stadt Portland auch „Beervana“ genannt wird, aufgrund der vielen Brauereien?
  • es in Deutschland über 500 verschiedene Sorten Bier gibt?

Bewerbung

Was sollte ich bei der Bewerbung beachten?

Deutschland steht in den Augen seiner nahen und fernen Nachbarn vor allem für das Brandenburger Tor, Pünktlichkeit, Brezeln, Lederhosen und ganz besonders für Bier. Es gilt als das deutsche Kulturgetränk schlechthin und wird in zahlreichen deutschen Brauereien in undenkbar vielen Kreationen hergestellt. Auch du möchtest nun Teil der langjährigen Tradition werden und eine Ausbildungsbewerbung als Brauer schreiben. Auch wenn das Thema Bewerbung sicherlich mehrmals während deiner Schulzeit angesprochen wurde, ist es vollkommen in Ordnung, dass du noch Fragen zu deiner Bewerbung auf eine Ausbildung als Brauer hast – immerhin kann deine Schule ja nicht auf jeden Beruf einzeln eingehen! Daher haben wir dir hier einige Informationen und Tipps zusammengestellt, damit bei deinem Bewerbungsschreiben zum Brauer nichts schiefgehen kann.

Wichtig ist zuerst einmal, dass deine Unterlagen komplett sind. Zu der Bewerbung auf eine Ausbildung zum Brauer gehören ein kurzes Anschreiben mit Motivationsschreiben, der tabellarische Lebenslauf und Kopien deiner Zeugnisse. Bei dem Design musst du nicht allzu ausgefallen werden, denn es geht darum, dass die Unterlagen einheitlich und professionell aussehen und vor allem fehlerfrei sind. Zu viele Farben oder Wechsel in Schriftart oder Größe wirken hingehen zu verspielt und chaotisch. Wenn du aber doch ein wenig mehr Kreativität walten lassen möchtest, kannst du deiner Bewerbung als Brauer ein Deckblatt hinzufügen.

Die meiste Zeit wirst du bei deiner Bewerbung auf eine Ausbildung als Brauer sicherlich in dein Anschreiben investieren. Nach der Anrede und einer kurzen Einleitung dazu, wie du auf die Stelle aufmerksam geworden bist, stehst du im Mittelpunkt! Verdeutliche deinem zukünftigen Ausbilder deine Qualifikationen und Stärken, die für den Beruf wichtig sind. Geh vor allem darauf ein, warum dich der Beruf interessiert und warum du der beste Azubi bist, den sie für diese Stelle finden können.

Wenn du dich für eine Ausbildung als Brauer entscheidest, dann sollte in deinem Anschreiben als auch in dem folgenden Vorstellungsgespräch eins deutlich werden: Bier gehört zu deinen Hobbys. Dabei sollst du natürlich keinesfalls wie ein Alkoholiker wirken, doch deine Interessen sollten sich schon auch um das Kultgetränk drehen. Immerhin wirst du in deinem Beruf dafür verantwortlich sein, dass die Qualität des Getränks stimmt und womöglich auch an neuen Sorten beteiligt sein. Daher kannst du deinem zukünftigen Arbeitgeber ruhig mitteilen, dass du dich für verschiedene nationale als auch internationale Biersorten interessierst. Wer beim Vorstellungsgespräch den Anschein erweckt, gar keine Ahnung von dem Getränk oder noch nie ein Bier probiert zu haben, der hat sicherlich gemilderte Aussichten auf eine Ausbildung als Brauer.

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Bei einem überzeugenden Bewerbungsschreiben wirst du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen – aber was kann man zu so einem Termin eigentlich anziehen? Zu leger solltest du dich auf keinen Fall kleiden. Kommst du in Hoodie und Jogginghose, wirkt das zu unprofessionell! Ein Anzug oder ein schickes Hemd, beziehungsweise eine hübsche Bluse könnten hingegen genau das Richtige für dein Outfit fürs Bewerbungsgespräch sein!

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