ODER
Unser Motto „Gemeinschaft erleben“ steht für Weltoffenheit, Empathie und Gerechtigkeit. Durch den Austausch von Geschichten, Traditionen und Ansichten entsteht ein lebendiges Miteinander, das Horizonte erweitert und Verständnis fördert. 26 Nationen, ein Ziel – Unsere vielfältige Belegschaft schafft ein inklusives Arbeitsumfeld, in dem alle wertgeschätzt und respektiert werden. Diese Vielfalt stärkt unser Team, fördert Offenheit und Zusammenarbeit und macht Jugendherbergen zu Orten des Empowerments und Zusammenhalts. Indem wir Diversität leben und feiern, schaffen wir eine Welt voller Toleranz, Wertschätzung und Respekt – denn unsere Vielfalt macht uns stark!
Der an der Nette-Schule im sauerländischen Altena tätige Lehrer Richard Schirrmann veranstaltete im Sommer eine achttägige Wanderfahrt von Altena nach Aachen. In der ersten Nacht kam die Gruppe in einer Scheune unter, in der ein freundlicher Bauer sie mit Decken versorgte und Pflaumen und frische Milch spendete. Als Sie In der zweiten Nacht das Bröltal erreichten, braute sich über Ihnen ein Gewitter zusammen. Ein Bauer, den sie um Erlaubnis gebeten hatten, in seiner Scheune schlafen zu dürfen, war wenig entgegenkommend. Schließlich gab ihnen aber ein wenig Stroh, das sie zur leerstehenden Dorfschule mitnahmen, in der die Gruppe mit Erlaubnis der Lehrersfrau die Nacht verbrachte.
Richard Schirrmann erinnert sich an diese Nacht: „Das Unwetter tobte während der ganzen Nacht mit Blitz und Donnerschlag, mit Sturm und Wolkenbruch und Hagelprasseln, als wenn die Welt untergehen sollte. Während die wandermüden Jungen fest schliefen, lag ich hellwach... Plötzlich überfiel mich der Gedanke: Jedem wanderwichtigen Ort in Tagesmarschabständen gleich Schule und Turnhalle auch eine gastliche Jugendherberge zur Einkehr für die wanderfrohe Jugend Deutschlands ohne Unterschied.“
Jener 26. August 1909 kann also als die Geburtsstunde der Jugendherbergsidee bezeichnet werden – und der Jugendherbergsbewegung in aller Welt. 1910 schrieb Schirrmann einen Aufsatz, in dem er seine Gedanken über „Volksschülerherbergen“ darlegte. Zunächst lobte er Guido Rotters Unterkünfte für Gymnasiasten und Studenten, fuhr aber fort:
„Auch die Knaben und Mädchen des gemeinen Mannes müssen frischfröhliches Wandern als Gegengewicht für die Stubenhockerzeit ihrer Schuljahre üben. ... Wie denke ich mir nun zweckmäßige und ausreichende Herbergen für das gewaltige Heer der Volksschüler?
... Jede Stadt und fast jedes Dorf hat eine Volksschule, die in den Ferien mit leeren Räumen geradezu darauf wartet, in einen Schlaf- und Speisesaal für wanderlustige Kinder verwandelt
zu werden. Zwei Klassenzimmer genügen, eins für Buben, eins für Mädel. Die Bänke werden teilweise übereinander gesetzt.
Das gibt freien Raum zur Aufstellung von 15 Betten. ... Jede Lagerstatt besteht aus einem straff mit Stroh gestopften Sack und Kopfpolster, zwei Bett-Tüchern und einer Wolldecke... Jedes Kind wird angehalten, seine Lagerstatt wieder fein säuberlich in Ordnung zu bringen..."
Nach der Veröffentlichung dieses Aufsatzes in der „Kölnischen Zeitung“ erreichten ihn zahlreiche Unterstützungsangebote, Geld- und Sachspenden aus ganz Deutschland. Mit den Mitteln konnten in drei Schulen Herbergen eingerichtet werden. Am Standort Altena wurde die erste ständige Jugendherberge im Jahr 1914 eröffnet, in der Schirrmann Herbergsvater war. Die Jugendherbergen waren geboren. Als im Jahr 1926 die ersten Jugendherbergen in Bayern eröffnet wurden, stand ein wesentlicher Gedanke im Vordergrund: Junge Menschen sollten unabhängig von Herkunft und Geldbeutel die Welt entdecken, Gemeinschaft erleben und dabei den Horizont erweitern. Noch immer transportieren die Jugendherbergen diesen Gedanken. Bayernweit stehen heute 48 Gästehäuser für die Jugendherbergsidee, die nichts von Ihrer Faszination verloren hat.
Mehr als neun Jahrzehnte erfolgreicher Reisekultur für Familien, Schulklassen, Gruppen und Einzelreisende haben aber auch zu Veränderungen beigetragen. Zwischen den Jugendherbergen von damals und heute liegen Welten. Mit dem Wandel der bayerischen Jugendherbergen wurden neue Wege beschritten, denn schon lange sind unsere Häuser weit mehr als eine günstige Unterkunft: Heute setzen Farben, gemütliche Sitzbereiche, Buchungsservice und abwechslungsreiche Programmangebote Akzente. Jugendherbergen von heute sind darüber hinaus ein außerschulischer Lern- und Erlebnisort: Gemeinschaft, Begeisterung, Unkompliziertheit – dafür stehen die bayerischen Jugendherbergen.
Stell dir eine Welt vor, die für alle eine Zukunft hat,
in der wir durch unsere Unterschiede wachsen.
Stell dir einen Ort vor,
an dem wir diese Welt gemeinsam gestalten.
Die Jugendherbergen in Bayern
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