Welche Berufe werden durch KI ersetzt?

Chatbots beantworten Fragen, Roboter bauen Autos und sogar Texte wie dieser hier könnten theoretisch von einer KI geschrieben werden. Doch was bedeutet das für verschiedene Berufe in der Zukunft? Werden in den nächsten Jahren viele Jobs nicht mehr gebraucht?
Die Antwort ist: Ja und Nein. Während einige Berufe durch KI ersetzt werden können, gibt es viele, die weiterhin von Menschen gemacht werden müssen. In diesem Artikel erfährst du, welche Berufe besonders von KI betroffen sind, welche sicher bleiben und warum es sich lohnt, sich mit KI zu beschäftigen.
KI ist nicht gleich KI
Es ist wichtig, dass du eine Sache verstehst, wenn es um KI geht. Meistens werden nämlich Künstliche Intelligenz und Automatisierung verwechselt. Aber das ist nicht dasselbe!
Automatisierung bedeutet, dass Maschinen oder Software vordefinierte Abläufe selbstständig ausführen – zum Beispiel ein Fließband in einer Fabrik oder eine Self-Checkout-Kasse im Supermarkt. KI geht einen Schritt weiter: Sie kann lernen, Entscheidungen treffen und sich an neue Situationen anpassen. Ein Roboterarm, der immer die gleiche Bewegung macht, ist Automatisierung. Eine KI hingegen könnte erkennen, ob ein Bauteil beschädigt ist, eigenständig eine Lösung vorschlagen oder aus Fehlern lernen.
Berufe, die ersetzt werden können:
Zwar handelt es sich bei Automatisierung und KI technisch gesehen um unterschiedliche Dinge, menschliche Jobs können aber durch beides ersetzt werden. Ich möchte deshalb auf einige Branchen eingehen, in denen die Technik in Zukunft deutlich mehr Aufgaben übernehmen könnte als bisher. Das betrifft vor allem Berufe mit wiederholenden Aufgaben, die auf klaren Regeln, Daten oder Routinen basieren. Maschinen sind schneller in der Berechnung, genauer bei der Datenauswertung und ermüden nicht.
Hier sind einige Branchen, die in Zukunft stark durch KI und Automatisierung beeinflusst werden könnten:
- Kundenservice: Hast du schon mal mit einem Chatbot gesprochen, wenn du eine Bestellung zurücksenden wolltest? Genau solche Bots ersetzen zum Beispiel immer mehr Callcenter-Mitarbeitende.
- Buchhaltung, KI kann große Mengen an Zahlen und Daten blitzschnell analysieren. Zusätzlich helfen verschiedene Programme Unternehmen dabei, die Buchhaltung automatisch zu erledigen – ohne, dass ein Mensch alles von Hand eintippen muss.
- Bank- & Steuerwesen: Früher ist man für eine Überweisung oder eine Kontoeröffnung immer zur Bank gegangen – heute lässt sich das mit paar Klicks auf dem Handy erledigen. Online-Banking und KI-gestützte Finanzberatung machen klassische Bankgeschäfte einfacher und schneller.
- Steuerberatung: Algorithmen können mittlerweile Steuergesetze analysieren, Einsparmöglichkeiten erkennen automatische Berechnungen erstellen – oft günstiger und effizienter als ein Mensch. Für Steuererklärungen werden zum Beispiel immer öfter Programme genutzt, die Daten auslesen und Vorschläge machen, sodass man in wenigen Klicks damit fertig ist und nicht mehr extra zu einem Steuerberater muss.
- Journalismus: Manche Nachrichtenartikel, zum Beispiel über Aktienkurse oder das Wetter, werden schon heute von KI geschrieben. Programme wie „ChatGPT“ können Texte formulieren, die sich wie von Menschen geschrieben lesen.
- Lagerarbeit: In großen Lagerhäusern – zum Beispiel bei Amazon – arbeiten inzwischen KI-gesteuerte Maschinen, die Pakete sortieren, montieren, verpacken und sogar die Qualitätskontrolle übernehmen. Sie arbeiten schneller, genauer und ohne Pausen. Dadurch braucht es weniger menschliche Mitarbeitende in Lagerhäusern und Versandzentren.
- Übersetzungen: Ob du Texte übersetzen oder ein YouTube-Video mit Untertiteln schauen willst – KIs machen es möglich. Diese Programme werden immer besser und können in Sekunden Texte in eine andere Sprache übersetzten, ohne, dass dafür extra ein Übersetzer angestellt werden muss.
- Transport und Logistik: KI-gesteuerte selbstfahrende Lkw, Taxis und Lieferdrohnen könnten in Zukunft viele Jobs im Transportwesen ersetzen. Autonome Fahrzeuge fahren ohne Pausen und optimierte KI-Systeme berechnen effizientere Routen. Durch Lieferdrohnen braucht es dann theoretisch keine menschlichen Fahrer mehr, um Pakete zum Beispiel Pakete zuzustellen.
- Landwirtschaft: In der Landwirtschaft werden bereits Automatisierungen und Maschinen zur Bewirtschaftung eingesetzt. Dank Robotik, Präzisionslandwirtschaft und KI-Analytik können autonome Traktoren, Erntemaschinen und Drohnen Pflanzen effizienter pflanzen, bewässern, überwachen und ernten als Menschen.
Welche Berufe werden nicht durch KI ersetzt?
Nicht alle Berufe sind gefährdet, also keine Panik: Es gibt viele Jobs, die eine KI nicht ersetzen kann. Vor allem Berufe, bei denen es auf Kreativität, Empathie oder komplexe Entscheidungen ankommt, sind auch in Zukunft sicher.
- Pflege, Medizin & Therapie: Zwar hilft KI bei Diagnosen, aber sie kann keine echte Empathie zeigen. Pflegekräfte, Therapeuten oder Ärzte werden deshalb weiterhin dringend gebraucht. Menschen brauchen menschliche Betreuung, Trost und eben auch Menschlichkeit – das kann keine Maschine ersetzen.
- Handwerk: Ob Elektriker, Installateurin oder Schreiner – körperliche Arbeit und kreative Lösungen sind schwer automatisierbar. Hast du schon mal einen Klempner-Roboter gesehen? Wahrscheinlich nicht! Handwerkliche Berufe bleiben unersetzlich, weil jede Baustelle anders ist und spontane Lösungen gefragt sind.
- Lehrkräfte & Pädagogik: Online-Kurse mit KI gibt es zwar schon, aber ein Lehrer erklärt, motiviert und geht individuell auf Schüler ein. Deshalb bleiben Lehrer, Coaches und Erzieher auch in Zukunft wichtig.
- Technik- und IT: Wer sich mit KI und Programmierung auskennt, hat beste Zukunftsaussichten. KI muss schließlich entwickelt, verbessert und überwacht werden.
Was bedeutet das für dich?
Die Arbeitswelt verändert sich – aber das ist nichts Neues! Berufe haben sich schon immer weiterentwickelt. Denk mal an den Buchdruck oder das Internet: Immer wieder kamen neue Technologien, die Jobs verändert haben. Wichtig ist, damit in Zukunft umgehen zu können. Wenn es Jobs gibt, die eine KI übernehmen kann, werden dadurch auch neue Jobs entstehen, für die es immer noch menschliche Lösungen braucht. Allein, um KI in die Arbeit zu integrieren, braucht es jemanden, der sich überhaupt erst mal überlegt, wo die KI unterstützen könnte, jemanden, der die KI programmiert, jemanden, der sie steuert und überwacht und und und …
Es ist also wichtig, dass du KI nicht als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt siehst. Sie wird so oder so Teil unseres Lebens. Viel eher solltest du sie als Werkzeug sehen. Vielleicht hilft dir KI ja heute schon bei vielen Sachen, wie zum Beispiel dabei, eine Bewerbung zu schreiben. Aber das Vorstellungsgespräch musst du immer noch selber führen. Und genau so ist es auf dem Arbeitsmarkt im Grunde auch.
Wenn du dich für das Thema interessierst, habe ich gute Nachrichten für dich: Es gibt mittlerweile Studiengänge, komplett zu dem Thema KI. Wenn du nebenbei auch noch eine Ausbildung machen und dir praktische Kenntnisse aneignen möchtest, könntest du dir mal das duale Studium KI anschauen.
Fazit: Angst oder Chance?
KI kann einige Jobs ersetzen, aber sie schafft auch neue Möglichkeiten. Wer neugierig bleibt, neue Fähigkeiten lernt und sich mit modernen Technologien auseinandersetzt, wird auch in Zukunft eine gute berufliche Perspektive haben.

Über die Autorin
Larissa arbeitet seit 2021 als Online-Redakteurin bei Ausbildung.de. KI ist mittlerweile ein fester Bestandteil ihres Arbeitsalltags.
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