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Umweltschutztechniker/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Weiterbildung Umweltschutztechniker/in
Grafik: Weiterbildung Umweltschutztechniker/in

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartWeiterbildung
Empf. SchulabschlussMittlere Reife
Ausbildungsdauer2 Jahre
ArbeitszeitWerktags

Allgemeine Infos

„Ich muss nur noch kurz die Welt retten!“ Wovon Tim Bendzko so locker flockig und mit einem Augenzwinkern singt, das nimmst du dir wirklich zu Herzen. Dein Berufsalltag dreht sich nämlich um den Umweltschutz: Wie kann man Luft und Wasser vor Verschmutzung schützen, den Müllkonsum senken und den Nutzen von alternativen Energiequellen erhöhen? Wie die Berufsbezeichnung schon erahnen lässt, bist du der Experte, wenn es um die Umsetzung technischer Möglichkeiten geht. Ob Rußpartikelfilter in Verbrennungsanlagen oder beim Bau von Kläranlagen, nach der Ausbildung zum Umweltschutztechniker kommst du überall dort zum Einsatz, wo Technik auf Umweltschutz trifft.

Bild aus dem Text zu Umweltschutztechniker/in

Was macht ein Umweltschutztechniker?

Autos, Fabriken und sogar Kühe stoßen Tag für Tag Schadstoffen in die Luft, wir produzieren immer mehr Müll, der recycelt werden muss, unserer Rohstoffe werden knapper und knapper. Gut, dass es die Ausbildung zum Umweltschutztechniker gibt, denn in diesem Beruf findest für viele Probleme eine Lösung. Um an dieser Ausbildung teilnehmen zu können, musst du bereits erste Berufserfahrung haben und zwar in Form einer zuvor abgeschlossenen Ausbildung. Anders als bei den gängigen dualen Ausbildungen, findet die Ausbildung zum Umweltschutztechniker in einer Berufsfachschule statt. Du musst also für zwei Jahre erneut die Schulbank drücken. Möchtest du deinen aktuellen Beruf aber nicht aufgeben, hast du die Möglichkeit, die Ausbildung in Teilzeit und neben dem Beruf zu machen.

Wie läuft die Ausbildung zum Umweltschutztechniker ab?

Denkst du bei Schule jetzt gleich an den viel zitierten Satz „wofür brauche ich das alles?“ dann wirst du in der schulischen Ausbildung zum Umweltschutztechniker eines Besseren belehrt. Denn jedes Fach auf deinem Stundenplan hat einen direkten Bezug zu deinem späteren Arbeitsleben.

So lernst du beispielsweise Messtechniken kennen und erfährst, wie Wasser gereinigt, Abfall recycelt und kompostiert wird und wie die dafür notwendigen technischen Anlagen funktionieren. Da du später Führungspositionen übernehmen darfst, wirst du sogar in Mitarbeiterführung unterrichtet.

Nach Abschluss der Ausbildung zum Umweltschutztechniker kannst du dir beispielsweise in einem Umweltamt den Schutz der Gewässer zur Hauptaufgabe machen: Dabei stellst du die Qualität des Wassers mithilfe von Testreihen und Messungen sicher, wofür du viel in der Natur arbeitest. Du wirst aber auch einige Zeit im Labor verbringen, wo du die Ergebnisse dokumentierst, auswertest und dir Maßnahmen überlegst, mit denen die Verschmutzung gestoppt werden kann. Ebenso kannst du die Verantwortung für die Klär- und Wiederaufbereitungsanlagen tragen, sei es beim Bau oder bei der Instandhaltung.

Falls du lieber in einem Energiekonzern arbeiten möchtest, entwickelst du dort z.B. Filter für die Verbrennungsanlagen, schaust den Mitarbeitern auf die Finger und kontrollierst, ob sich diese an die Umweltschutzbestimmungen halten – gegebenenfalls machst du Verbesserungsvorschläge. Wie du siehst: Als Umweltschutztechniker bist du ein Allrounder. Zusammengefasst kannst du Kontroll-, Beratungs- oder auch technische Aufgaben übernehmen.

Nach deiner Ausbildung zum Umweltschutztechniker kannst du in Umweltämtern, Ingenieurbüros, bei Entsorgungsfirmen, für Stadtwerke oder auch für Dienstleistungsunternehmen arbeiten. Über mangelnde Möglichkeiten kannst du dich also nicht beschweren. Hast du nicht bereits deine Fachhochschulreife, bekommst du diese noch neben deinem Abschluss verliehen, sodass du sogar ein Studium an einer FH beginnen darfst.

Du solltest Umweltschutztechniker/in werden, wenn...
  1. du dich für die Umwelt einsetzten möchtest.
  2. Abwechslung im Alltag dir sehr wichtig ist.
  3. dir einen Beruf mit tollen Zukunftschancen wichtig ist.
Du solltest auf keinen Fall Umweltschutztechniker/in werden, wenn...
  1. Technik dich schnell überfordert.
  2. dir die Motivation fehlt, weitere zwei Jahre intensiv zu lernen.
  3. die Natur dir egal ist.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • Wasser und Bodenproben entnehmen und untersuchen.
  • Protokolle und Versuchsabläufe dokumentieren.
  • Strategien für verschiedene Umweltschutzmaßnahmen erarbeiten.
  • Beratungen durchführen, was Unternehmen für den Umweltschutz tun können.
  • Prüfen, ob Umweltschutzregelungen umgesetzt werden.
  • Technische Anlagen wie Kläranlagen entwickeln und prüfen und den Bau beaufsichtigen.

Gehalt

Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, die Umwelt zu schützen, noch dazu muss mit allen Kräften verhindert werden, dass die Temperatur auf der Erde weiter steigt. Kein Wunder also, dass der Beruf des Umweltschutztechnikers so gefragt ist, wie nie zuvor. Deine Zukunftsaussichten könnten also kaum besser sein. Viele Argumente, die Ausbildung zum Umweltschutztechniker zu absolvieren, liegen also auf der Hand. Nun schauen wir, wie klug die Entscheidung aus finanzieller Sicht ist. Bei uns erfährst du deshalb nun, was du als Umweltschutztechniker verdienst.

Was verdient ein Umweltschutztechniker während der Ausbildung?

Direkt vorweg: Deine Finanzlage wird sich nach deiner Ausbildung zum Umweltschutztechniker deutlich verbessern. Bis es soweit ist, brauchst du aber noch ein wenig Geduld, denn die Ausbildung ist unvergütet. Wie es bei den meisten schulischen Weiterbildungen der Fall ist, wird kein Ausbildungsgehalt für Umweltschutztechniker gezahlt, vielmehr musst du selbst die Finanzierung in die Hand nehmen. Denn genau genommen kaufst du eine Dienstleistung – und zwar die, dich für den Beruf fit zu machen. Daher fällt in der Regel auch ein Schulgeld an. Ist dies für dich ein großes Problem, kann die Lösung aber ganz einfach sein: Zum einen gibt es die Möglichkeit, dich staatlich unterstützen zu lassen, zum anderen kannst du aber auch die Weiterbildung neben dem Beruf machen und hast damit auch weiterhin ein Gehalt zur Verfügung.

Was kann ich als Umweltschutztechniker nach der Ausbildung verdienen?

Das Ende der Ausbildung ist gleichzeitig das Ende des Sparens. Nun heißt es natürlich erstmal, auch eine neue berufliche Position einzunehmen, die deiner Qualifikation entspricht. War die Weiterbildung mit deinem Arbeitgeber abgesprochen, sollte eine interne Beförderung folgen. Ansonsten ist die Jobsuche meist schnell erfolgreich, denn als Umweltschutztechniker bist du sehr gefragt. Suchst du dir eine Stelle in einer Verwaltung, beispielsweise beim Umweltamt, so kannst du von einem Umweltschutztechniker Gehalt von rund 2800 Euro brutto ausgehen. Etwas mehr kannst du in der Wirtschaft verdienen. In der Energie- und Wasserwirtschaft haben Umweltschutztechniker Gehälter von durchschnittlich 3280 Euro brutto im Monat. Generell musst du davon ausgehen, dass dein Einstiegsgehalt als Umweltschutztechniker etwas unter dem Durchschnitt liegt. Mit der Zeit wird es aber immer weiter ansteigen.

Natürlich gibt es in Deutschland, was das Gehalt als Umweltschutztechniker angeht, teils große Unterschiede. Aufgrund der unterschiedlich hohen Kosten für den Lebensunterhalt, bzw. Mieten, liegen die Löhne im Westen teils deutlich über denen im Osten. Nach wie vor haben Männer beim Gehalt den Frauen gegenüber die Nase vorn. Gerade Umweltschutztechnikerinnen können mit einer selbstbewussten Gehaltsverhandlung so einiges für sich rausholen und sollten sich nicht mit dem ersten Angebot zufrieden geben. Doch auch die Unternehmensgröße hat einen deutlichen Einfluss auf das Gehalt als Umweltschutztechniker. Große Konzerne zahlen im Schnitt besser als mittelständische Unternehmen.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Umweltschutztechniker

Mit der erfolgreich bestandenen Ausbildung zum Umweltschutztechniker hast du einen großen Sprung gemacht und schon viel erreicht. Nun darfst du die verschiedensten Aufgaben übernehmen und dich intensiv für den Umweltschutz einsetzen. Auch wenn du nun bereits Führungspositionen übernehmen darfst, gibt es dennoch Möglichkeiten, noch weiter aufzusteigen. Lies einfach weiter…

Position auf mittlerer Führungsebene

Natürlich stürzt du dich nach deiner Ausbildung zum Umweltschutztechniker nicht direkt in die nächste Weiterbildung, sondern ins Berufsleben. Deine Einstiegsposition sollte der mittleren Führungsebene entsprechen. Beschäftigung findest du bei Umweltämtern, Energiekonzernen, in Ingenieurbüros oder bei Verbänden und Dienstleistungsunternehmen. Hier kannst du Beratungen durchführen, dich um technische Entwicklungen und Wartungen kümmern oder eine Kontrollfunktion einnehmen.

Technischer Betriebswirt

Mit der Ausbildung zum staatlich geprüften Umwelttechniker, hast du nicht nur tolle berufliche Möglichkeiten, sondern auch die Erlaubnis, an weiteren Weiterbildungen teilzunehmen. Eine davon ist die Weiterbildung zum technischen Betriebswirt. Hier stehen nur zum Teil technische Inhalte auf dem Stundenplan, denn der Schwerpunkt liegt bei der Betriebswirtschaft und dem Management, insbesondere der Mitarbeiterführung. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass du nach der Weiterbildung in deiner beruflichen Position deutlich aufsteigen wirst und Aufgaben des Projektmanagements und der Mitarbeiterführung immer bedeutender werden. Die Dauer der Weiterbildung kann je nach Anbieter stark variieren und liegt zwischen drei Monaten und dreieinhalb Jahren.

Studium an einer Fachhochschule

Hast du nicht bereits das (Fach-)Abitur, kannst du mit der Weiterbildung zum Umweltschutztechniker die Fachhochschulreife erwerben. Damit bist du berechtig, ein Studium an einer Fachhochschule aufzunehmen. Um auf deine bisherige Qualifikation aufzubauen, eignen sich Studiengänge wie z.B. Umwelt- und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder auch Mechatronik.

Leitende Position

Nach einem Studium hast du sogar den Ingenieurtitel, für die Karriereleiter bedeutet dies: Es geht steil nach oben. Der Bereich des Umweltschutzes schreit geradezu nach Fachkräften – für dich die ideale Möglichkeit, dich um eine Führungsposition zu bewerben. Möglich ist beispielsweise die Leitung einer Forschungsabteilung.

Wusstest du schon, dass...
  • der Begriff Umweltschutz erst seit den 70er Jahren verwendet wird?
  • es in vielen Ländern keine Übersetzung für das Wort „Waldsterben“ gibt und daher das Deutsche verwendet wird?
  • die erste Kanalisation der Welt 1739 in Wien fertiggestellt wurde?
  • Frankfurt am Main 1882 die erste europäische Kläranlage eröffnete?
  • Deutschland laut Grundgesetzt verpflichtet ist, die Umwelt zu schützen?

Bewerbung

Eine Welt im Wandel stellt uns jeden Tag vor neue und alte Probleme. Gerade im Bereich Umweltschutz ist viel gute Arbeite nötig und das geht auch nur, wenn es entsprechende Nachwuchskräfte gibt. Mit einer erfolgreichen Bewerbung um eine Weiterbildung als Umweltschutztechniker kannst du dazugehören und tatkräftig mithelfen, aktuelle und künftige Umweltprobleme zu beheben. Wie das funktioniert? Genau das wollen wir dir hier verraten!

Die Weiterbildung findet an einer Berufsfachschule statt, deine Bewerbung als Umweltschutztechniker richtest du dementsprechend an ebendiese. Meistens geschieht dies über ein Anmelde-Formular. Hast du eine passende Berufsfachschule gefunden, an der du die zweijährige Weiterbildung absolvieren möchtest, kannst du dich dort über dein weiteres Vorgehen informieren.

Deine Bewerbung um eine Weiterbildung als Umweltschutztechniker ist aber selbstverständlich nicht durch das einfache Ausfüllen des Formulars getan – in den meisten Fällen werden weitere Unterlagen gefordert, die du dem Formular anhängen musst. Normalerweise handelt es sich dabei um einen Lebenslauf, eine beglaubigte Kopie deines Schulabschlusszeugnisses, Passbilder und einem Nachweis über deine Berufsausbildung und -erfahrung. Wenn du bereits staatlich geprüfter Assistent bist, ist letzteres übrigens nicht notwendig.

Der Lebenslauf, den du deiner Bewerbung als Umweltschutztechniker beilegst, sollte tabellarisch sein. Heißt, dass du keine ausformulierte Biografie abtippen und abschicken musst. Stattdessen listest du chronologisch und lückenlos die einzelnen Stationen deines bisherigen schulischen und beruflichen Werdegangs auf. Auch Praktika oder Zertifikate solltest du hier, neben deinen Interessen, Kenntnissen und Fähigkeiten, unterbringen. Nicht vergessen solltest du außerdem deine persönlichen Daten – schließlich soll die Schule erfahren, wer sich da eigentlich anmelden möchte. Manche Schulen verlangen zudem Passbilder, die du mit deinem Namen versehen sollst, damit sie nicht verloren gehen und deinen Unterlagen zugeordnet werden können.

Die beglaubigte Kopie deines Schulzeugnisses erklärt sich sicherlich von selbst. Nicht nur für eine Bewerbung als Umweltschutztechniker ist eine solche notwendig, deswegen solltest du dich rechtzeitig informieren, wo du Kopien beglaubigen lassen kannst und welche Kosten dafür auf dich zukommen.

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Bei einer Formular-Anmeldung an einer Berufsfachschule findet meistens eigentlich kein Bewerbungsgespräch statt. Dafür erhältst du deine Bestätigung zur Aufnahme und kannst zu Kursbeginn einfach am Ort des Geschehens auftauchen. Was natürlich nicht heißt, dass du dort in den löchrigsten und dreckigsten Klamotten auftauchen solltest, die du in deinem Schrank finden kannst. Gerade am ersten Tag darf es ruhig ein bisschen mehr als Alltag sein – wie wäre es mit einem Oberteil mit Kragen? Auch empfehlenswert ist es, wenn du vorher deine Schuhe ordentlich putzt und deine Jeans oder dein Rock nicht durchlöchert oder zu kurz sind.

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