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Spezialtiefbauer/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Spezialtiefbauer/in
Grafik: Ausbildung Spezialtiefbauer/in

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartKlassische duale Berufsausbildung
Empf. SchulabschlussHauptschulabschluss
Ausbildungsdauer3 Jahre
Arbeitszeitwerktags

Allgemeine Infos

Info: Für diese Ausbildung tritt im August 2026 eine neue Ausbildungsverordnung in Kraft. Künftig sollen in den Berufen der Bauwirtschaft unter anderem die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit eine größere Rolle spielen.

Was macht ein Spezialtiefbauer?

Statt hoch hinaus in die Luft, möchtest du lieber tief in die Erde und ein gutes Fundament bauen?  Dann solltest du unbedingt über eine Ausbildung zum Spezialtiefbauer nachdenken. Denn hier wirst du im Gegensatz zum Tiefbaufacharbeiter speziell dafür ausgebildet, Verankerungssysteme für Brücken oder andere Großbauwerke zu errichten. Dabei trägst du eine hohe Verantwortung, denn auf der Grundlage deiner Arbeit, kann erst der Rest errichtet werden.

Bild aus dem Text zu Spezialtiefbauer/in

Wie läuft die Ausbildung zum Spezialtiefbauer ab?

Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Spezialtiefbauer. Im ersten Lehrjahr wirst du alles über die unterschiedlichen Bodenarten lernen, um sie später besser beurteilen und die Bodenschichten identifizieren zu können. Dann wirst du darüber aufgeklärt, wie eine Konstruktion errichtet sein muss, damit sie den schweren Bauwerken standhält. Bereits nach einer kurzen Einarbeitungsphase kannst du in der Ausbildung zum Spezialtiefbauer ordentlich mit anpacken. Du wählst gemeinsam mit dem Bauleiter die Baustoffe und Arbeitsgeräte aus und dann geht es auch schon los.

Bevor es nun aber auch ans „Bauen“ gehen kann, musst du erst Bodenproben entnehmen und die Bodenbeschaffenheit sowie die Tragfähigkeit für das Bauprojekt analysieren. Und wenn alles passt, dann kommt die „Tiefe“ in deiner Ausbildung zum Spezialtiefbauer zum Einsatz, denn dann darfst du bohren. Mit sogenannten Spezialgreifern und Erdraketen sicherst du die zukünftige Baugrube. Sobald die Grube ausgehoben ist, musst du die Grubenwände natürlich stabilisieren. Dazu errichtest du einen sogenannten „Verbau“, der meist aus Ankersystemen aus Stahl und Stützmauern besteht. In deiner Ausbildung zum Spezialtiefbauer lernst du ganz genau, welche Vorsichtsmaßnahmen wichtig sind und welche Arbeitsschritte unbedingt durchgeführt werden müssen, damit die Fundamente, die du errichtest auch halten.

Woher weißt du denn eigentlich wie genau du die Baugrube ausheben musst und wie das Bauwerk am Ende aussehen soll? Auch das lernst du natürlich in deiner Ausbildung zum Spezialtiefbauer. Du stehst nämlich eng mit Bauingenieuren im Kontakt und arbeitest nach ihren Plänen.

In der Ausbildung zum Spezialtiefbauer und natürlich auch danach arbeitest du fast ausschließlich im Freien und zwar auf vielen unterschiedlichen Baustellen. Und wenn dein Arbeitgeber es dir ermöglicht, kannst du sogar auch im Ausland tätig werden. Was du für die Ausbildung mitbringen musst, sind neben einem Realschulabschluss mindestens gute, wenn nicht sehr gute Noten in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie. Denn du musst in der Lage sein, Baustoffbedarf zu errechnen und die Wirkung von Kräften und Hebelarten zu verstehen. Natürlich sollte dir auch handwerkliches Geschick nicht fehlen.

Du solltest Spezialtiefbauer/in werden, wenn...
  1. du vom Rechnen nicht genug bekommen kannst.
  2. schwere Arbeit dir nichts ausmacht.
  3. du unsere Infrastruktur gerne ein bisschen mitgestalten möchtest.
Du solltest auf keinen Fall Spezialtiefbauer/in werden, wenn...
  1. du Physik noch nie verstanden hast.
  2. Arbeiten im Handwerk für dich nicht in Frage kommt.
  3. ein kuscheliges Büro dein zukünftiger Arbeitsplatz sein sollte.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • Bohrstellen auf Baustellen einrichten.
  • Verbauelemente für Baugruben setzen.
  • Bodenproben entnehmen und analysieren.
  • Geräte und Anlagen für den Spezialtiefbau bedienen und instand halten.
  • Bohrungen für Baugrunduntersuchungen oder zur Wassergewinnung durchführen.

Gehalt

Bereits vor Ablauf deiner Schulzeit war dir klar, dass du gerne eine Ausbildung machen möchtest und nicht wie viele andere ein Studium anfangen willst. Grund dafür war natürlich nicht zuletzt der Reiz, endlich eigenes Geld zu verdienen und Arbeitsluft zu schnuppern. Hinzu kommt, dass du handwerklich sehr begabt bist und dich in der Natur endlich mal ausleben möchtest. Doch wer schwere Arbeit verrichtet, der möchte natürlich auch ordentlich dafür bezahlt werden. Deswegen klären wir dich über dein Gehalt als Spezialtiefbauer während und nach deiner Ausbildung auf.

Was verdient ein Spezialtiefbauer während der Ausbildung?

In der Ausbildung zum Spezialtiefbauer wirst du in der Regel nach dem Tarifvertrag des Baugewerbes bezahlt. Hier gibt es ab April 2026 im ersten Ausbildungsjahr 1.122 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 1.351 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1.610 Euro brutto im Monat.

Was kann ich als Spezialtiefbauer nach der Ausbildung verdienen?

Nach der Ausbildung kannst du mit einem sehr guten Gehalt rechnen und verdienst zwischen 2.800 und 3.300 Euro. Mit wachsender Berufserfahrung steigt dein Gehalt schnell an. Solltest du dich darüber hinaus für eine Weiterbildung entscheiden und zum Beispiel als Polier oder Techniker arbeiten, kannst du je nach Position sogar bis zu 5.000 Euro brutto monatlich verdienen.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Ausbildung zum Spezialtiefbauer

Nach bestandener Prüfung ist es endlich soweit und du darfst dich ganz offiziell Spezialtiefbauer nennen. Jetzt kannst du Glück haben und direkt von deinem Arbeitgeber übernommen werden oder bewirbst dich bei Bauunternehmen im Tiefbau oder auch bei kommunalen Bauämtern. Und wenn du noch nicht genug vom Lernen hast, dann findest du hier zahlreiche Möglichkeiten, dich weiterzubilden und die Karriereleiter noch weiter aufzusteigen.

Spezialisierungen

Nach deiner Ausbildung zum Spezialtiefbauer hast du die Möglichkeit, dich mit Spezialisierungen in bestimmte Richtungen zu bewegen und Experte für ein ganz besonderes Gebiet zu werden. Spezialisierungslehrgänge werden meist von Handelskammern in deiner Nähe angeboten. So kannst du dich beispielsweise umorientieren und Bohrgeräteführer, Bohrmaschinist oder Pfahlrammer werden. Auch die Spezialisierung zum Tunnelbauer oder Sprengmeister ist möglich.

Polier

Eine weitere Möglichkeit, beruflich weiterzukommen und dich nach deiner Ausbildung hochzuarbeiten, sind Aufstiegsweiterbildungen. Eine mögliche Weiterbildung ist beispielsweise die zum Polier. Du bist dann Leiter einer Baustelle oder eines Baustellenabschnittes und agierst zwischen den Mitarbeitern und der dortigen Bauleitung.

Techniker Fachrichtung Bautechnik

Ebenfalls eine mögliche Weiterbildung ist jene zum Techniker der Fachrichtung Bautechnik. Für diese Weiterbildung musst du am Ende eine Prüfung ablegen, bist aber dann dafür verantwortlich Bauzeichnungen und Berechnungen zu erstellen sowie die Bauleistungen zu vergeben. Auch in dieser Position nimmst du Aufgaben der Bauleitung wahr und wirkst bei der Planung und Durchführung von Baumaßnahmen mit.

Studium

Wenn du deine Schule mit dem Fachabitur oder sogar Abitur abgeschlossen hast, dann hast du eine Hochschulzugangsberechtigung, mit der du auch nach deiner Ausbildung noch ein Studium ablegen kannst. Dieses Studium, beispielsweise im Bereich Bauingenieurwesen, ermöglicht dir noch einmal ganz andere Karrierewege, zum Beispiel Führungspositionen in großen Bauunternehmen.

Wusstest du schon, dass...
  • das tiefste Fundament der Welt in der Rekordtiefe von 79 Metern unterm dem Wasserspiegel erbaut wurde?
  • aufgrund der Entwicklung der Technik im Bauwesen der Bereich Spezialtiefbau nicht immer klar vom allgemeinen Tiefbau abgrenzen lässt? Beide Bereiche benutzen die gleichen Geräte.
  • Spezialtiefbauer auch zum Einsatz kommen, wenn zum Beispiel Häuser einsturzgefährdet sind?
  • der Begriff Fundament von dem lateinischen Wort „fundus“ abgeleitet wird und übersetzt Bodengrund heißt?
  • es auch möglich ist, Häuser ohne Fundament zu bauen und man das früher fast nur so praktiziert hat?

Bewerbung

Dein Schulabschluss steht kurz bevor und du hast dich zum Glück schon entschieden, was du werden möchtest. Nur leider hast du noch keinen Ausbildungsplatz? Für dich steht also noch die Bewerbung zum Spezialtiefbauer auf der To-Do-Liste. Aber bevor du jetzt vollkommen in Panik verfällst, lehn dich zurück und lerne: Denn wir geben dir wertvolle Tipps, mit denen du deine Bewerbung zum Spezialtiefbauer aufpeppen solltest. Zusätzlich erfährst du in unserem Ratgeber, was für deine Bewerbung alles wichtig ist.

Zu allererst steht fest, dass eine Bewerbung mindestens aus einem Lebenslauf und einem Anschreiben besteht. Und ja ein Bewerbungsfoto gehört auch dazu, auch wenn du dich nicht gerne fotografieren lässt. Fangen wir aber klein an und starten beim Lebenslauf. Für deine Bewerbung zum Spezialtiefbauer solltest du dir klar machen, dass du nach der Schule natürlich noch nicht so viel erlebt hast, dass dein Lebenslauf gleich mehrere Seiten füllt. Aus diesem Grund kannst du aber unter Nebentätigkeiten aufführen, an welchen Projekten du in der Schule teilgenommen hast oder welchen Nebenjob du ausgeübt hast. Allerdings nur, wenn diese Projekte oder Nebenjobs Tätigkeiten waren, die dir für die spätere Arbeit als Spezialtiefbauer von Nutzen sein könnten. Vielleicht hast du ja geholfen in der Schule einen neuen Brunnen im Schulgarten zu errichten? Dies wäre eine ausgezeichnete Tätigkeit, die dir ganz sicher einen Pluspunkt einbringt. Zusätzlich achte darauf, dass dein Lebenslauf gut strukturiert ist, damit dein zukünftiger Arbeitgeber ihn schnell und einfach lesen kann.

Sobald dein Lebenslauf steht, kann es ans Eingemachte deiner Bewerbung zum Spezialtiefbauer gehen. Nämlich das Anschreiben. Das Anschreiben ist quasi das Wichtigste, denn hier greifst du Punkte aus deinem Lebenslauf noch einmal auf und erläuterst sie genauer. Zum Beispiel, welche Aufgaben du während der Schulzeit schon einmal wahrgenommen hast und welche Stärken du mitbringst, die du für die Arbeit zum Spezialtiefbauer gut anwenden kannst. Machst du Sport? Bist du kräftig? Hervorragend, denn zimperlich und schnell aus der Puste darfst du für den Beruf nicht sein. Gehst du zusätzlich einem Teamsport nach? Noch besser, denn dann zeigst du auf jeden Fall Teamgeist. Auch solltest du erwähnen, wie du auf das Unternehmen und die Stelle aufmerksam geworden bist, zeige deinem zukünftigen Arbeitgeber, dass du dich mit ihm auseinandergesetzt hast und weißt, worauf es ankommt. Und damit es am Ende auch wirklich perfekt ist, solltest du unbedingt noch Jemanden über deine Bewerbung zum Spezialtiefbauer drüber lesen lassen, damit mögliche Rechtschreibfehler ausgeschlossen werden können. Und jetzt nicht lange nachdenken, sondern losschreiben. Falls du noch mehr Tipps für deine Bewerbung zum Spezialtiefbauer benötigst, schau doch mal in unseren Bewerbungstipps vorbei.

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Was zieh ich an? Was zieh ich an? Diese Frage stellen sich viele vor ihrem ersten Vorstellungsgespräch. Für deine Bewerbung zum Spezialtiefbauer musst du natürlich nicht in deinem besten Anzug auflaufen und auch ein neues Kleid muss nicht gekauft werden. Trotzdem ist es angemessen sich ordentlich zu kleiden. Für die Jungs gilt daher mindestens ein Hemd und ein Jackett, für die Mädchen darf es ein schlichtes schickes Oberteil oder auch mal eine Bluse sein. Für beide ist es okay, wenn sie eine Jeans tragen oder eine Stoffhose in schlichten Farben und diese mit einem Paar schicken Schuhen kombinieren. Also nicht die neuen Sneakers mit den neongelben Streifen anziehen.

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