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Weiterempfehlung

Einblicke, Perspektiven und freie Stellen Ausbildung
Gesundheits- und Pflegeassistent/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Gesundheits- und Pflegeassistent/in
Grafik: Ausbildung Gesundheits- und Pflegeassistent/in

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartSchulische und duale Ausbildung
Empf. SchulabschlussHauptschulabschluss
Ausbildungsdauer1–2 Jahre
ArbeitszeitSchichtdienst (möglich)

Allgemeine Infos

Erst gestern hast du deiner Nachbarin wieder geholfen, ihre schweren Einkaufstaschen in den dritten Stock zu tragen. Du kannst es einfach nicht lassen: Immer wenn Menschen Hilfe brauchen, willst du am liebsten sofort eingreifen. Du selber bezeichnest dich als sehr hilfsbereit und möchtest unbedingt im sozialen Bereich arbeiten? Mit einer Ausbildung als Gesundheits- und Pflegeassistent triffst du genau die richtige Wahl, denn hier hast du jeden Tag mit Menschen zu tun, die deine Hilfe benötigen. Sie können die einfachsten Dinge im Alltag nicht mehr alleine bewältigen und sind auf Pflegeassistenten angewiesen. Wenn du auch dazu gehören willst, starte die Ausbildung als Gesundheits- und Pflegeassistent. 

Info: Bei dieser Ausbildung handelt es sich um eine generalistische Ausbildung. Das heißt, man ist nicht auf einen Pflegebereich festgelegt, wie zum Beispiel die Altenpflege. Nach und nach führen Bundesländer diese generalistische Pflegehelfer-Ausbildung ein. Die Berufsbezeichnungen, die Ausbildungsdauer und die Inhalte sind teilweise je nach Bundesland unterschiedlich. Suchst du zum Beispiel den Pflegefachassistenten oder die Pflegefachassistenz, bist du hier richtig.

Bild aus dem Text zu Gesundheits- und Pflegeassistent/in

Was macht ein Gesundheits- und Pflegeassistent?

Ob in der Gesundheits- und Krankenpflege, in der Alten- oder auch in der Familienpflege, als Gesundheits- und Pflegeassistent kannst du in all diesen Bereichen arbeiten. Zu deinen Hauptaufgaben in dem Beruf gehören zum größten Teil die Führung in privaten Haushalten, die Gesunderhaltung und natürlich grundpflegerische Verrichtungen. Dazu gehört zum Beispiel, dass du einem pflegebedürftigen Menschen hilfst, sich zu waschen oder es sogar komplett übernimmst. Oder dass du für ihn einkaufen gehst und anschließend etwas zu Essen kochst. Diese Aufgaben musst du erfüllen, wenn du als Gesundheits- und Pflegeassistent im ambulanten Pflegedienst arbeitest. Häufig brauchst du dafür einen Führerschein, damit du auch die Möglichkeit hast, schnell von einer Person zur nächsten zu kommen.

Wenn du in Alten- und Pflegeheimen tätig bist, gehört ebenfalls die Grundpflege zu deinen Aufgaben. Aber auch die sogenannte Beschäftigungstherapie wird dein Bereich sein. Du versuchst also den Menschen nicht nur zu helfen, indem du ihnen bei der Pflege oder der Bewältigung von alltäglichen Dingen Unterstützung bietest, sondern auch indem du für sie da bist. Gesellschaftsspiele spielen, spazieren gehen oder einfach nur ein nettes Gespräch – besonders für viele alte Menschen ein schönes Lebensgefühl.

Wie verändert sich die Pflegehelfer-Ausbildung mit dem neuen Pflegeberufegesetz?

Die Pflegehelfer-Ausbildung ist landesrechtlich geregelt – das heißt, in jedem Bundesland unterschiedlich. Es gibt also je nach Bundesland unterschiedliche Bezeichnungen und auch die Inhalte und die Ausbildungsdauer sind nicht überall gleich. In den meisten Ländern gab es bislang zwei verschiedene Ausbildungen für die Bereiche Kranken- und Altenpflege. Mit dem neuen Pflegeberufegesetz und der neuen generalistische Pflegeausbildung Pflegefachmann stellen aber immer mehr Bundesländer auch die Helfer-Ausbildung um. 

So eine generalistische Pflegehelfer-Ausbildung gibt es zum Beispiel in Hamburg bereits seit einigen Jahren. NRW hat die Ausbildung zum Jahr 2021 umgestellt. Hier heißt die generalistische Ausbildung Pflegefachassistenz oder Pflegefachassistent. Die ersetzt in Nordrhein-Westfalen den staatlich anerkannten Gesundheits- und Krankenpflegehelfer und die staatlich anerkannte Altenpflegehelferin.

Wie läuft die Ausbildung als Gesundheits- und Pflegeassistent bzw. als Pflegefachassistenz ab?

Die Ausbildung zur Gesundheits- und Pflegeassistenz dauert ein bis zwei Jahre und findet in Berufsfachschulen des Gesundheitswesens und in Krankenhäusern statt. Das heißt, dass du den theoretischen Teil in einer Berufs- oder Pflegeschule lernst und die Praxis an verschiedenen Einrichtungen des Pflege- und Gesundheitswesens, wie beispielsweise in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen, vermittelt bekommst.

Damit die Ausbildung als Gesundheits- und Pflegeassistent auch erfolgreich wird, solltest du zudem ein paar Dinge mitbringen. Dazu gehört zum Beispiel Einfühlungsvermögen und Geduld. Denn besonders ältere Menschen brauchen häufiger länger, um etwas zu verstehen. Aber auch körperliche und psychische Belastbarkeit und die Bereitschaft zur körperlichen Arbeit. Wenn du außerdem noch einen Hauptschulabschluss in der Tasche hast, dann steht einer Ausbildung zur Gesundheits- und Pflegeassistenz nichts mehr im Wege**.**

Du solltest Gesundheits- und Pflegeassistent/in werden, wenn...
  1. du einen Beruf mit Zukunft lernen möchtest - Pflege wird nämlich immer benötigt.
  2. es dir Spaß macht, Menschen zu helfen.
  3. du dich nicht so schnell vor etwas ekelst.
Du solltest auf keinen Fall Gesundheits- und Pflegeassistent/in werden, wenn...
  1. selbst dein eigener Einkauf schon lästig genug für dich ist.
  2. dein Körper schwere Belastung nicht mitmacht.
  3. du sehr schüchtern bist.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • einen Patienten in die stabile Seitenlage bringen.
  • zahlreiche Gesellschaftsspiele spielen.
  • eine professionelle Körperpflege am Menschen durchführen.
  • Pflegebedürftigen zu mehr Lebensfreude verhelfen.
  • Bekannte und Verwandte eines Pflegebedürftigen beraten und anleiten.

Gehalt

Wie viel verdienst du während und nach deiner Ausbildung? Das willst du natürlich am liebsten schon wissen, bevor du dich für die Ausbildung zur Gesundheits- und Pflegeassistenz entscheidest. Wie hoch dein Gehalt als Pflegehelfer im Endeffekt sein wird, das erfährst du hier.

Was verdient eine Pflegefachassistenz während der Ausbildung?

In der Ausbildung zur Pflegefachassistenz verdienst du im ersten Ausbildungsjahr zwischen 1.180 und 1.264 Euro brutto im Monat. Im zweiten Ausbildungsjahr kannst du mit bis zu 1.323 Euro rechnen. Diese Gehaltszahlen gelten für dich, wenn dein Arbeitgeber nach einem Tarifvertrag vergütet, zum Beispiel der Caritas oder der Diakonie.

Machst du deine Ausbildung bei einer Uniklinik, wirst du in der Regel nach dem TVA-L Pflege bezahlt und bekommst dann im ersten Ausbildungsjahr 1.231 Euro brutto.

Die Ausbildung zur Pflegefachassistenz ist allerdings landesrechtlich geregelt. Das heißt, ob und wie viel Gehalt du bekommst, hängt davon ab, in welchem Bundesland du lebst. Aber: Machst du deine Ausbildung bei einer privaten Pflegeschule, bekommst du wahrscheinlich kein Gehalt.

Arbeitgeber wie Krankenhäuser und Seniorenheime sind jedoch dazu verpflichtet, dir ein Ausbildungsgehalt zu zahlen. So bekommt du im ersten Ausbildungsjahr als Gesundheits- und Pflegeassistent mit einem Gehalt von mindestens 724 Euro brutto rechnen. Das ist der aktuelle Mindestlohn für Auszubildende. Im zweiten Ausbildungsjahr bekommst du mindestens 854 Euro brutto. Grundsätzlich sind aber die Gehälter im Gesundheitswesen meistens mit einem Tarifvertrag geregelt. Das heißt, dass vorgegeben ist, wie viel du in welcher Position verdienst.

Falls du trotzdem der Meinung bist, dass du mehr Geld brauchst oder du mit deinem Geld nicht zurechtkommst, hast du die Möglichkeit, Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder Schüler-BAföG zu beantragen. Diesen Antrag musst du beim Arbeitsamt stellen. Hier wirst du in der Regel auch darüber aufgeklärt, ob dir diese Fördergelder zustehen und wenn ja, wie viel.

Nach deiner Ausbildung als Gesundheits- und Pflegeassistent hast du gute Möglichkeiten, schnell eine Beschäftigung zu finden. Als ausgelernter Angestellter kannst du dann mit einem Einstiegsgehalt von rund 2.000 Euro brutto rechnen. Hast du erstmal ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt oder dich sogar währenddessen noch weitergebildet, ist auch ein Gehalt bis zu 3.000 Euro brutto im Monat nicht unrealistisch.

Als Angestellter mit einer Führungsfunktion sollte dein Gehalt sogar noch mehr steigen. Grundsätzlich bleibt noch zu sagen, dass es in der Regel leider so ist, dass du im Westen deutlich mehr verdienen kannst als im Osten, denn hier werden geringere Gehälter gezahlt.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Ausbildung zum Pflegefachmann

Wenn du mindestens einen Hauptschulabschluss in der Tasche hast, kannst du nach deiner Ausbildung als Gesundheits- und Pflegeassistent auch in einen anderen Ausbildungsberuf wechseln. Hier wäre zum Beispiel die Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau empfehlenswert. Durch deine Vorkenntnisse hast du gute Chancen, die Ausbildungsdauer zu verkürzen.

Weiterbildung zum Praxisanleiter

Damit du dein Wissen nicht für dich behalten musst und es auch offiziell weitergeben darfst, bietet sich eine Weiterbildung zum Praxisanleiter für dich ebenso an. Als Praxisanleiter bist du Teil der Personalentwicklung und für die Einführung neuer Mitarbeiter oder die Betreuung von Auszubildenden verantwortlich.

Pflegedienstleiter

Mit einer Weiterbildung zum Pflegedienstleiter oder zur leitenden Pflegefachkraft polierst du nicht nur dein Wissen auf, sondern auch deine Handlungskompetenzen. Du steigst dann als Führungsposition beispielsweise in einem Pflegeheim ein und bist dort für Managementaufgaben im Bereich Pflege zuständig.

Fachwirt für Alten- und Krankenpflege

Eine ähnliche Weiterbildung, die du absolvieren könntest, ist jene zum Fachwirt für Alten- und Krankenpflege. Du übernimmst danach Fach- und Führungsaufgaben in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen. Das heißt: Arbeitsabläufe planen, organisieren und natürlich kontrollieren, aber auch Mitwirkung in den Bereich Personal, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Bewerbung

Du magst Menschen, und du hilfst ihnen gerne bei Dingen, die sie allein nicht können? Dann kann für dich die Bewerbung um die Ausbildung als Gesundheits- und Pflegeassistentin perfekt geeignet sein. Du lernst, wie du alten oder nur eingeschränkt bewegungsfähigen jüngeren Menschen im Alltag helfen kannst, sei es im Haushalt, beim Waschen oder schlicht im Alltag. Damit deine Bewerbung als Gesundheits- und Pflegeassistent Erfolg hat, haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt.

Gibt es Besonderheiten bei der Bewerbung?

Wie für alle anderen Bewerbungen auch musst du bei der Ausbildungsbewerbung als Gesundheits- und Pflegeassistent ein individuelles Anschreiben und einen aktuellen Lebenslauf verfassen und diese Dokumente zusammen mit deinen Zeugnissen einreichen. Besonders wichtig ist es, dass du keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler machst, denn das sieht in so einem wichtigen Schriftstück sehr nachlässig aus. Benutze daher die Rechtschreibhilfe deines Schreibprogramms und bitte Freunde und Verwandte, deine Bewerbung sorgfältig zu lesen.

Das Anschreiben musst du für deine Bewerbung als Gesundheits- und Pflegeassistentin individuell auf die jeweilige Einrichtung zuschneiden, an der du dich bewirbst. Deine potenziellen Ausbilder erfahren hier deinen Namen und deine Adresse, wann du mit der Schule fertig sein wirst und wie hoch dein Notendurchschnitt gerade ist. Außerdem kannst du erklären, warum du gerade in dieser Einrichtung lernen möchtest: Hat sie einen besonders guten Ruf? Bist du bereits hier gewesen und magst das Umfeld? Haben dir Freunde und Bekannte Positives erzählt? Durch diese Angaben baust du eine Verbindung auf. Besonders wichtig für deine Bewerbung um die Ausbildung als Gesundheits- und Pflegeassistenten ist aber auch, dass du deine eigene Eignung hervorhebst. Du kannst beschreiben, wie du an der Pflege deiner Großeltern beteiligt warst, dass du häufiger Besuche in Pflege- oder Altersheimen machst und dich gut in der Haushaltsführung auskennst. Etwaige Praktika oder Nebenjobs im sozialen Bereich erwähnst du hier auch. Zum Schluss grüßt du freundlich und unterschreibst das Anschreiben per Hand.

Lass für den Lebenslauf in deiner Bewerbung als Gesundheits- und Pflegeassistentin ein seriöses Bewerbungsbild anfertigen. Binde lange Haare zum Zopf und entferne etwaige Piercings. Im Lebenslauf selbst kannst du mit den richtigen Hobbys punkten. Sport kennzeichnet dich als fit, was eine wichtige Voraussetzung ist. Kochst du gern, ist das ein Pluspunkt, und bist du gern mit alten Menschen zusammen, hilft dir das weiter. Mannschaftssportarten, Vereine, Chöre oder Orchester zeigen, dass du teamfähig bist.

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Hat deine Bewerbung als Gesundheits- und Pflegeassistent einen guten Eindruck gemacht, wirst du zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Für diesen Termin solltest du deine Kleidung sorgfältig auswählen. Eine Stoffhose oder ein mindestens knielanger Rock in Verbindung mit einem Pullover, einem Hemd oder einer Bluse ist angemessen. Achte darauf, dass du vernünftige Schuhe trägst, auf denen du den ganzen Tag laufen kannst. Sie sollten flach und geschlossen sein. Hast du Tattoos oder Piercings, solltest du sie verdecken beziehungsweise entfernen, da die meisten Einrichtungen Letztere aus Hygienegründen nicht dulden, während manche älteren Patienten kein Verständnis für Tattoos haben. Wenn du nun noch pünktlich, freundlich und offen bist, sollte dem Erfolg deiner Bewerbung als Gesundheits- und Pflegeassistent nichts mehr im Weg stehen.