Büchsenmacher Ausbildung - Infos, Gehalt & Stellen

Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Büchsenmacher/in Berufsbild

Als Büchsenmacher sorgst du dafür, dass Waffen präzise und sicher funktionieren – egal ob für den Sport, die Jagd oder auch militärische Zwecke. Dabei verbindest du traditionelles Handwerk mit moderner Technik, übernimmst viel Verantwortung und wirst zur gefragten Fachkraft in einem einzigartigen Berufsfeld. 

Hier erfährst du alles über die Ausbildung zum Büchsenmacher und kannst dich direkt auf eine der freien Stellen bewerben.

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Was macht ein Büchsenmacher?

Als Büchsenmacher bist du Experte für Schusswaffen aller Art. Du fertigst Gewehre und Pistolen individuell an oder reparierst bestehende Waffen. Dabei arbeitest du mit Materialien wie Metall, Holz und Kunststoff und verbindest feinmechanische Arbeit mit modernsten Maschinen.

Aufgaben als Büchsenmacher im Überblick

  • Herstellung von Schusswaffen (z. B. Jagdgewehre, Sportwaffen, Pistolen)
  • Reparatur und Wartung (z. B. defekte Teile ersetzen, Waffen reinigen, Funktion prüfen)
  • Anpassen von Waffen auf Kundenwunsch (z. B. individuelle Maße, Zielfernrohre, Schäfte)
  • Kundenberatung (z. B. bei Auswahl, Handhabung und Pflege von Waffen)
  • Montage und Justierung von optischen Zielsystemen (Zielfernrohre, Laser)

Ablauf der Ausbildung zum Büchsenmacher

Die Ausbildung zum Büchsenmacher dauert drei Jahre und findet dual statt – du lernst also im Betrieb und besuchst regelmäßig die Berufsschule. Da dieser Beruf sehr selten ist (jährlich starten bundesweit nur ca. 15-20 Azubis), findet der Unterricht in spezialisierten Fachklassen an zentralen Berufsschulen statt, vor allem:

  • Gewerbliche Schule Ehingen (Baden-Württemberg)
  • Berufsfachschule Suhl (Thüringen)

Der Unterricht erfolgt blockweise. Das bedeutet, du verbringst jeweils mehrere Wochen am Stück an der Berufsschule und wohnst dann meistens in einer Unterkunft vor Ort. Die restliche Zeit sammelst du praktische Erfahrung im Betrieb.

Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer. Danach darfst du dich offiziell Büchsenmacher nennen.

Das lernst du in der Ausbildung zum Büchsenmacher:

Bereich Ausbildungsinhalte
Metallbearbeitung Fräsen, Drehen, Härten, Löten und Polieren von Metallteilen
Holzbearbeitung Anfertigung und Anpassung von Schäften
Maschineneinsatz Bedienung von CNC-Fräsmaschinen und Drehbänken
Ballistik Kenntnisse über Flugbahn und Verhalten von Munition
Waffentechnik Konstruktion und Funktionsweise von Schusswaffen
Waffenrecht & Sicherheit Rechtliche Grundlagen im Umgang mit Waffen

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Büchsenmacher

Für die Ausbildung zum Büchsenmacher solltest du folgende Eigenschaften und Fähigkeiten mitbringen:

  • Handwerkliches Geschick (präzises Arbeiten ist entscheidend)
  • Technisches Verständnis (Interesse an Mechanik, Physik und Mathe)
  • Sorgfältige Arbeitsweise (kleinste Fehler können erhebliche Folgen haben)
  • Verantwortungsbewusstsein (Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit Waffen)
  • Gute Kommunikationsfähigkeiten (Kundenkontakt und Beratung gehören dazu)

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis erwarten Betriebe aber mindestens einen guten Hauptschulabschluss – besser noch die Mittlere Reife oder höher.

Checkliste: Bin ich geeignet für die Büchsenmacher-Ausbildung?

✅ Mir macht feinmechanisches Arbeiten Spaß.

✅ Ich interessiere mich für Technik, Physik und handwerkliche Berufe.

✅ Ich kann präzise und konzentriert arbeiten.

✅ Ich fühle mich im Umgang mit Kunden wohl.

✅ Ich übernehme gerne Verantwortung.

Wie ist das Gehalt als Büchsenmacher?

Als Büchsenmacher erledigst du anspruchsvolle handwerkliche Tätigkeiten und übernimmst große Verantwortung, besonders wenn es um Sicherheit und Präzision bei Schusswaffen geht. Klar, dass du dafür fair bezahlt werden willst! Wie viel du genau verdienst, hängt dabei von verschiedenen Faktoren wie Region, Betriebsgröße und Qualifikation ab. Hier bekommst du einen Überblick.

Was verdient ein Büchsenmacher in der Ausbildung?

Schon während deiner Ausbildung erhältst du eine Vergütung – dein sogenanntes Azubi-Gehalt. Dieses variiert stark, je nachdem, ob dein Betrieb tarifgebunden ist, wie groß er ist und wo er sich befindet. Generell gilt: Große Unternehmen, etwa bekannte Waffenhersteller oder Betriebe, die an einen Tarifvertrag gebunden sind, zahlen meist mehr als kleine, familiengeführte Meisterbetriebe.

Dein monatliches Bruttogehalt während der Ausbildung:

Ausbildungsjahr Westdeutschland (z.B. NRW, Bayern) Ostdeutschland
1. Jahr ca. 800–950 € ca. 700–850 €
2. Jahr ca. 850–1.050 € ca. 750–950 €
3. Jahr ca. 950–1.150 € ca. 850–1.050 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Sobald du deine Gesellenprüfung geschafft hast, steigst du finanziell ordentlich auf. Im Durchschnitt liegt das Einstiegsgehalt eines Büchsenmachers bei etwa 2.700 bis 3.000 € brutto monatlich. Dabei hängt dein Einkommen von folgenden Faktoren ab:

  • Region & Bundesland: In westlichen Bundesländern wie NRW oder Bayern verdienst du meist etwas mehr als in östlichen Bundesländern.
  • Betriebsgröße: Große, industriell arbeitende Waffenhersteller zahlen oft höhere Gehälter als kleinere Meisterbetriebe.
  • Spezialisierung: Wenn du dich etwa auf hochwertige Einzelanfertigungen spezialisierst, kannst du mit Erfahrung deutlich mehr verdienen.

Gehalt mit Berufserfahrung & Weiterbildungen

Mit steigender Berufserfahrung und durch Weiterbildungen wie den Meistertitel oder die Techniker-Ausbildung kannst du dein Gehalt deutlich erhöhen:

Karrierelevel Monatliches Bruttogehalt (Durchschnitt)
Geselle (Berufseinsteiger) 2.700–3.000 €
Geselle (mit Erfahrung) 3.000–3.500 €
Techniker (Feinwerktechnik) 3.400–3.800 €
Büchsenmachermeister 3.500–4.800 €
Selbstständiger Meister 4.000–6.000 €
Ingenieur (nach Studium) 4.500–7.000 €

Welche Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Nach erfolgreichem Abschluss deiner Ausbildung zum Büchsenmacher stehen dir spannende Karrierewege offen – egal ob du dich fachlich spezialisieren, in Führungspositionen aufsteigen oder sogar den Schritt in die Selbstständigkeit wagen willst. Hier bekommst du einen detaillierten Überblick über deine vielfältigen Möglichkeiten.

Weiterbildung zum Büchsenmachermeister (Meistertitel)

Der klassische Karriereweg ist die Weiterbildung zum Büchsenmachermeister. Hier übernimmst du deutlich mehr Verantwortung, kannst Azubis ausbilden und bist befugt, einen eigenen Betrieb zu führen.

Das erwartet dich als Meister:

  • Führung eines eigenen Betriebes (Selbstständigkeit möglich)
  • Übernahme von Leitungsaufgaben (z.B. Betriebsleiter oder Werkstattleiter)
  • Ausbildung von Nachwuchskräften
  • Spezialisierung auf individuelle Waffenanfertigungen und hochwertige Reparaturen

Wie werde ich Meister?

Die Vorbereitungskurse dauern in Teilzeit ca. 1 Jahr und kosten mehrere Tausend Euro. Mit Förderprogrammen (z.B. Meister-BAföG) kannst du dir die Weiterbildung jedoch finanziell erleichtern.

Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker

Alternativ kannst du eine Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker absolvieren. Hier spezialisierst du dich auf die Fachrichtungen Feinwerktechnik oder Maschinentechnik.

Das erwartet dich als Techniker:

  • Entwicklung und Konstruktion von Waffen und mechanischen Bauteilen
  • Qualitätskontrolle und -sicherung in der Produktion
  • Übernahme technischer Leitungsaufgaben in Unternehmen

Dauer und Kosten:

  • Vollzeit: ca. 2 Jahre, Teilzeit: 3–4 Jahre
  • Meist kostenfrei an staatlichen Fachschulen, teilweise fallen geringe Gebühren an

Selbstständigkeit

Wenn du deinen Meistertitel besitzt, kannst du auch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Als eigener Chef hast du große Freiheiten, trägst aber auch Verantwortung für deinen wirtschaftlichen Erfolg.

Voraussetzungen für Erfolg:

  • Gutes kaufmännisches Verständnis
  • Hohe fachliche Kompetenz (z.B. individuelle Anfertigungen, hochwertige Reparaturen)
  • Gutes Netzwerk und Kundenbindung

Karriere bei der Bundeswehr

Auch die Bundeswehr bietet attraktive Karrierechancen für ausgebildete Büchsenmacher. Als ziviler Mitarbeiter oder Soldat im Bereich Waffeninstandsetzung profitierst du von:

  • Sicherer Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst
  • Gute Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten
  • Überdurchschnittliche soziale Absicherung und Vergütung

Studium nach der Ausbildung (Bachelor & Master)

Wenn du nach der Ausbildung den Meistertitel erwirbst oder die Fachhochschulreife hast, steht dir auch ein Studium offen. Mögliche Studienrichtungen sind beispielsweise:

  • Maschinenbau (z.B. Konstruktion und Fertigungstechnik)
  • Feinwerktechnik oder Mikrosystemtechnik
  • Technische Betriebswirtschaft

Vorteile eines Studiums:

  • Zugang zu leitenden Positionen in Industrie und Forschung
  • Deutlich höhere Verdienstmöglichkeiten
  • Internationale Karrierechancen

Du solltest Büchsenmacher/in werden, wenn …

  1. du handwerklich begabt bist.
  2. feinmechanische Arbeiten dir Spaß machen.
  3. eine saubere und präzise Arbeitsweise für dich selbstverständlich ist.

Du solltest auf keinen Fall Büchsenmacher/in werden, wenn …

  1. Lärm und Staub dir Probleme bereiten.
  2. du körperlich nicht fit bist.
  3. Waffen dir Angst machen.
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